Das erste Kirner Innenstadtfest – gewissermaßen eine Premiere – läuft zwar noch, doch schon jetzt zeichnet sich ab: Die Gluthitze hat der Veranstaltung spürbar den Stecker gezogen. Das war angesichts der angekündigten Temperaturen von nahezu 39 Grad kaum überraschend. Das Bild auf dem Marktplatz entstand um 13.30 Uhr. Wer möchte sich bei dieser Hitze freiwillig wie im Backofen aufhalten, ausgelassen spielen oder an den zahlreichen Mitmachaktionen teilnehmen? Zwar fanden Besucher den Weg in die Innenstadt, doch der erhoffte Andrang blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dennoch, es waren mehr Gäste da als gedacht, bilanziert Bürgermeister Frank Ensminger. Er berichtet von positiven Rückmeldungen. Das Konzept habe diejenigen die da waren überzeugt. Die anhaltende Extremhitze lässt sich eben auch mit einem noch so ausgefeilten Hitzekonzept nur begrenzt ausgleichen. Kostenlose Trinkwasserstationen, Wasserspiele oder Abkühlungsbecken sind gut gemeint – gegen Temperaturen dieser Größenordnung helfen sie jedoch nur eingeschränkt. Am angenehmsten war es für viele Menschen letztlich doch zu Hause oder an einem kühlen Ort.
Auch bei der Gastronomie machte sich die Hitze bemerkbar. Am Stand des Landhauses Wartenstein wurden Hotdogs und Pommes deutlich seltener nachgefragt als sonst. Kalte Getränke hingegen gingen wesentlich besser über die Theke. Für deftiges Essen war es vielen Besuchern bei diesen Temperaturen schlicht zu heiß. Das machte sich auch bei den Geschäften bemerkbar. Im Steinweg schauten bei „Venter Hautnah“ gerade einmal eine Handvoll Kunden vorbei. Anderen Boutiquen dürfte es kaum besser ergangen sein. Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass der Juni einmal mit solchen Extremtemperaturen aufwartet, die einen längeren Aufenthalt im Freien tagsüber nahezu unmöglich machen? Das erste Kirner Innenstadtfest hat eindrucksvoll gezeigt, dass selbst eine gut vorbereitete Premiere mit einem attraktiven Programm gegen eine außergewöhnliche Hitzewelle kaum ankommen kann. Eine abschließende Bewertung bleibt abzuwarten; die offizielle Bilanz aus dem Rathaus wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht.




