Volles Gelände, volle Gläser, volle Stimmung – Kirn feiert Kerb

„Auf zur Kirner Kerb“ – das Motto ist keine leere Floskel, sondern für die nächsten Tage Programm. Der Startschuss ist gefallen und zum Auftakt zeigte sich die Kirner Kerb von ihrer besten Seite: ein gut gefülltes Festgelände, sommerliche Temperaturen, Musik, Essen, Getränke und jede Menge Menschen, die offenbar beschlossen hatten, den Abend nicht auf dem Sofa zu verbringen. Ganz Kirn war zwar nicht gleichzeitig auf den Beinen – so groß ist die Stadt dann auch wieder nicht –, aber auf dem Kerbeplatz herrschte ordentlich Betrieb. Das lag sicher auch am lauen Sommerabend, der nahezu perfekte Bedingungen für einen gemütlichen Kerbeabend bot. Den offiziellen Start übernahm Bürgermeister Frank Ensminger mit dem Fassbieranstich. Und siehe da: Kein langes Hämmern, kein spektakuläres Bierbad und keine peinliche Dusche für den Bürgermeister. Ein paar gezielte Schläge, und schon floss das Kirner Bier. Souverän gemacht.

Die zielsichere Hand war bei einem solchen Amtstermin allerdings auch zu erwarten. Von da an konnte eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Das Bier floss, die Gläser füllten sich und die Stimmung stieg mit jedem weiteren Schluck. Dazu Musik, Bratwurst, Wein, Fahrgeschäfte und alles, was eben zu einer ordentlichen Kirner Kerb gehört. Bis Montag darf also wieder gefeiert werden. Tradition trifft auf Unterhaltung, Kirner treffen auf Gäste von außerhalb und vermutlich werden sich auch wieder Menschen finden, die behaupten, sie wollten „nur mal kurz schauen“ und einige Stunden später immer noch auf dem Festplatz stehen. Apropos schauen: Auf das Feuerwerk musste in diesem Jahr verzichtet werden. Dafür gab es eine Light-Show. Nun ja. Sie war zwar irgendwie da, aber bemerkt hat man sie nicht. Irgendwas leuchtete. Ab und an huschte ein Schriftzug „Kirner Kerb“ über die Bäume im Hang. Ein Feuerwerk-Ersatz war das alles allerdings bei weitem nicht. Aber wie heißt es so schön: Besser als nix. Wenngleich, nix wäre in diesem Fall wahrscheinlich besser und günstiger gewesen.

Bleibt noch die Sache mit dem Bierpreis. Im vergangenen Jahr musste man für das kleine Glas 3 Euro auf den Tresen legen. In diesem Jahr sind es 5,50 Euro für die Halbe. Ein Upgrade in Menge und Preis. Schade, kleiner geht es heuer nicht vom Fass. Stubbi ist die Alternative. Neuer Festwirt, neue Kalkulation, neue Gläser? Schaut ganz danach aus. Der Schreiber dieser Zeilen nimmt die Preiserhöhung allerdings ziemlich gelassen. Der war schließlich gerade erst in Norwegen unterwegs. Und wer dort für ein Bier bezahlen musste, weiß: Für 5,50 Euro bekommt man dort vermutlich bestenfalls den freundlichen Hinweis, dass das Glas leider leer ist. Also: Auf zur Kirner Kerb! Ran an die Bratwurst, ab ins Karussell, ein Kirner oder ein Weinchen in die Hand und einfach ein paar Stunden Sommer, Musik und Geselligkeit genießen. Die Kerb ist eröffnet. Und wenn das Bier weiter so zuverlässig aus dem Fass läuft wie beim Fassanstich, dürfte den nächsten Tagen zumindest von dieser Seite nichts im Wege stehen.

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