Mittendrin statt nur dabei: Die BI Kirner Krankenhaus greift Alexander Schweitzer ab

Was zeichnet eine aufmerksame Bürgerinitiative aus? Sie taucht genau dann auf, wenn es gilt. So geschehen bei der Inspektionsreise von SPD-Chef Alexander Schweitzer ins beschauliche Meckenbach zum Bergwaldprojekt. Während andere noch Bäume bestaunten, war die Bürgerinitiative „Rettet das Kirner Krankenhaus“ längst zur Stelle. Schließlich kommt hoher Besuch aus Mainz nicht jeden Tag in die Gegend – und den lässt man als engagierte Bürgerinitiative natürlich nicht einfach wieder davonlaufen. Der Wald ist zwar nicht gerade das klassische Revier der BI. Aber politisch gesehen ist man flexibel. Wo ein hochrangiger Politiker auftaucht, ist auch ein Krankenhausproblem nicht weit. Also wurde Schweitzer abgefangen, angesprochen und mit den Sorgen um das Kirner Krankenhaus versorgt. Schließlich muss die Botschaft an den Mann gebracht werden: Das Krankenhaus braucht keine warmen Worte, sondern eine belastbare Perspektive. Und die BI kämpft. Gegen die KV, gegen die Kassen, gegen die Träger und – wenn es sein muss – gegen die Politik gleich mit. Eigentlich fehlt nur noch der Kampf gegen die Schwerkraft, aber auch dafür findet sich vermutlich noch ein Gesprächspartner.

Denn für die BI ist klar: Das Kirner Krankenhaus soll solide und überlebensfähig aufgestellt werden. Die kommenden Monate werden entscheidend. Insbesondere die Frage, wie eine 24/7-Notfallversorgung in irgendein „Gesamtkonzept“ integriert werden soll, dürfte noch für reichlich Gesprächsstoff sorgen. „Gesamtkonzept“ ist schließlich ein wunderbares Wort: Es klingt nach Plan, ohne schon verraten zu müssen, welcher genau das sein soll. Schweitzer hörte jedenfalls zu. Und versprach, die Hoffnungen und Wünsche der BI mit nach Mainz zu nehmen. Ob daraus mehr wird als politisches Handgepäck, muss sich zeigen. Die BI jedenfalls wird weiter auftauchen. Im Wald, vor dem Kreistag, bei den Kassen, beim Träger und vermutlich überall dort, wo jemand glaubt, das Thema Kirner Krankenhaus für erledigt erklären zu können. Denn eines hat die Bürgerinitiative offenbar verstanden: Krankenhäuser schließen sich nicht allein durch Beschlüsse. Aber Bürgerinitiativen geben auch nicht allein durch Beschlüsse auf.

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