Was von der Politik als großer Schritt in Richtung Modernisierung verkauft wird, wirft bei näherer Betrachtung grundlegende Fragen auf. Insbesondere das Sondervermögen steht dabei im Zentrum der Kritik.
„Die große Koalition betreibt mit dem sogenannten Sondervermögen eine Täuschung der Öffentlichkeit. Was als Zukunftsinvestition angepriesen wird, ist in Wahrheit zum allergrößten Teil nichts anderes als ein milliardenschwerer Notbehelf zur Stopfung von Haushaltslöchern. Wenn renommierte Wirtschaftsinstitute übereinstimmend feststellen, dass rund 95 Prozent der Mittel eben nicht für zusätzliche Wachstumsimpulse sorgen, dann ist das Gerede von Modernisierung und Aufbruch nicht mehr als politisches Geschwurbel. Hier wird nicht Zukunft gestaltet, hier wird Zukunft verpfändet, kommenden Generationen milliardenschwere Hypotheken aufgebürdet. Ihnen bürdet man Schulden, Zinsen und Lasten auf, ohne dass ein nennenswerter wirtschaftlicher Nutzen entsteht. Das ist keine nachhaltige Finanzpolitik, sondern organisierte Verantwortungslosigkeit im Tarnmantel wohlklingender Begriffe.
Besonders unerquicklich ist, mit welcher Dreistigkeit diese Schuldenmacherei als staatspolitische Vernunft verkauft wird. Wer Haushaltslöcher mit Krediten zuschüttet und das Sondervermögen nennt, betreibt nichts anderes als politische Rosstäuscherei. Der Wachstumsimpuls bleibt kümmerlich, der Schaden für die finanzielle Handlungsfähigkeit von morgen ist gewaltig. Dass sich Rheinland-Pfalz unter SPD, Grünen und FDP genau deshalb enthalten hat, war folgerichtig. Umso bedrückender ist der Blick auf die Zeit nach der Landtagswahl. In Mainz droht eine Blaupause der Berliner Verhältnisse. Dann hätten Merz und Klingbeil auch Zugriff auf Rheinland-Pfalz – und damit auf ein weiteres Land, in dem solide Haushaltsführung offenbar nur noch als lästige Erinnerung gilt. Man kann da nur den früheren CDU-Ministerpräsidenten Bernhard Vogel zitieren: „Gott schütze Rheinland-Pfalz!“
Thomas Bursian





Auch wenn ich die Bedanken teile –
Diese pauschale Verurteilung und das allgemeine Meckern geht mir zu weit, etwas mehr Sachlichkeit und Orientierrung an dem, was tatsächlich passiert ist, tut not und wäre von einem erfahrenen Politiker zu erwarten.
Die Fakten:
Das Sondervermögen (Schulden) Infrastruktur und Klimawandel wird über einen Zeitraum von zwölf Jahren ausgegeben. In der Festschreibung im Grundgesetz ist festgelegt, dass es für ZUSÄTZLICHE Investitionen und KLIMASCHUTZ verwendet wird.
Tatsächlich sind in 2025 von diesen 400 Mrd € (100 Mrd € gehen ja an die Länder) erstmal 24 Mrd € ausgegeben worden. Und von diesen 24 Mrd € sind 95 % nicht bestimmungsgemäß verwendet worden.
Dataus folgt:
Keine pauschale Verurteilung, sondern die Erkenntnis: Die Bundesregierung hat in 2025 – also im ersten von zwölf Jahren – falsch gehandelt.
Also müssen wir ab jetzt sehr genau hinschauen, was in den folgenden Jahren passiert.
Die Wirtschaftsforschungsinstitute IFO und IW werden es sicher weiter tun. Und die Opposition im Bundestag muss es auch, ggf. bis hin zu einer Verfassungsklage, weil die Festlegung im Grundgesetz nicht eingehalten wird.
Hier sind insbesondere Bündnis 90 / Die Grünen gefordert, da sie ja der Änderung des Grundgesetzes zugestimmt haben.