Der folgende Leserbrief von Paul-Gerhard Wagner aus Oberhausen bei Kirn beschäftigt sich mit der aktuellen Situation der Wälder im Kirner Land. Er beschreibt Entwicklungen durch Holznutzung, klimatische Veränderungen und mögliche Folgen für die Natur.
„Unter den Freizeitbeschäftigungen, nicht nur hier im Kirner Land, zählt das Holzmachen zu einer weit verbreiteten, sportlichen Betätigung. Teilweise ist daraus auch noch nach Bearbeitung und Zerkleinerung der Holzstämme ein lukratives Verkaufsmodell entstanden. Was aber dadurch in den letzten Jahren sichtbar wird: Die Wälder werden immer lichter, die Holzlager an den Häusern größer. Die Fortschreibung der Wälder bzw. der jährliche Einschlag lässt Überlegungen aufkommen, ob der nachwachsende Wald durch natürliche Aussaat und Aufforstung ausreichend Berücksichtigung findet. Die veränderten Klimabedingungen mit höheren Temperaturen, weniger Niederschlag, zurückgehendem Grundwasser beeinflussen das Wachstum der Bäume. Lange Trockenphasen und höhere Außentemperaturen lassen die Bäume sterben. Zunächst gehen durch Trockenheit vermehrt Äste ab, die Folge: der Baum stirbt. Dadurch werden immer mehr Eichen und Buchen betroffen. Ein jeder, der im Wald spazieren geht, wird die Feststellungen machen.
Auch im Kirner Land ist, wie nach den allgemeinen Veröffentlichungen, 80 % des deutschen Waldes krank; das Baumsterben ist keine Überraschung mehr. Der Wald im Kirner Land ist schon längst nicht mehr eine Quelle zur Auffüllung der Haushaltskassen der Gemeinden. Jetzt braucht er noch mehr Wahrnehmung und Unterstützung, als es die Forstämter in Fortschreibungsrhythmus bisher gewohnt waren. So schnell wachsen Bäume nicht. Die alljährlichen Rodungsarbeiten an den Straßenrändern sollen die Straßen vor durch Sturmschäden herabfallenden Bäumen schützen. Gleichzeitig stirbt an Hanglagen nach dem Fällen der Bäume das Wurzelwerk ab. Danach trocknet der Boden aus, und bei Starkregen gerät der Hang ins Rutschen; er kann die Straße blockieren. So hat vieles seine zwei Seiten. Gibt es nicht doch noch andere Sportarten als das Holzmachen, auch zum Erhalt der Natur und der Landschaft? Von manchen liebgewonnenen Gewohnheiten wird man loslassen müssen.“
Paul-Gerhard Wagner
55606 Oberhausen bei Kirn





Hallo Herr Wagner, zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung zählt auch die Jagd und diese wird in Ihrem Leserbrief nicht erwähnt.
Die Hege und Abschuss vom Rehwild spielt hierbei eine große Rolle. In manchen Jagdrevieren wird das Rehwild gehegt wie in einem Tierpark und es fehlt nur noch die Fütterung aus der Hand.
Im Dhaunerwald kommt es noch erschwerlich hinzu, dass hier ständig Wild aus dem Gatter oder der Burg entkommt…
Ich bin selbst Jagdpächter von dem Jagdrevier Weiler bei Monzingen und eine gewissenhafte Jagd ist unerlässlich!