Ein Thema, das das Kirner Land seit Jahren umtreibt, stand gleich zu Beginn im Rampenlicht der Podiumsdiskussion: die Zukunft der Krankenhäuser in der Region. Die Eingangsfrage an die sechs Direktkandidaten – Denis Alt (SPD), Katharina Gräff (CDU), Matthias Klee (Die Linke), Jürgen Klein (AfD), Lars Medinger (Grüne) und Torsten Straube (FDP) – war bewusst zugespitzt formuliert: „Meisenheim oder Kirn? Meisenheim und Kirn? Weder noch?“ Die Antwort? Einhellig wie ein Chor, der sein Blatt verloren hat: Alle sagten und schrieben „Meisenheim und Kirn“. Natürlich sollen beide Standorte erhalten bleiben – darüber waren sich alle einig. Überraschend war Dr. Denis Alt. Dass er das Krankenhaus erhalten will, wirkt fast wie ein plötzlicher Sinneswandel – vor allem im krassen Widerspruch zum bisherigen Verhalten seiner Partei, die bislang ein klares Bekenntnis vermied. Ausgerechnet Staatssekretär Alt springt jetzt ein, und plötzlich gilt Kirn als unverzichtbar. „Wir brauchen alle Standorte in der Region“, tönte Alt, Idar-Oberstein, Bad Kreuznach, Meisenheim und Kirn fest in einem Atemzug nennend. „Sie müssen alle so aufgestellt werden, dass die Häuser auch genutzt werden können.“ Klar. Endlich ein Satz, der greifbar wirkt.
Doch Alt legte noch nach: Es könne nicht sein, dass man Kirn vorhält, die Menschen aber woanders hingehen. Den Satz kann man so stehen lassen. Zur Finanzierung sagte Alt: „Die Krankenhäuser müssen sich aus den Krankenkassen tragen. Und wo das nicht geht, braucht es eine Basisfinanzierung.“ Kurz: Kirn darf nicht sterben – die Landesmittel springen ein, wenn’s sonst keiner tut. Ein deutliches Bekenntnis also – wenn auch spät und ein wenig überraschend. Die Fragen bleiben: Warum erst jetzt? Wo war Alt all die Jahre, während die SPD in der Regierung sitzt und den Gesundheitsminister stellt? Und warum wurden die finanziellen Rahmenbedingungen nicht längst geschaffen, damit Kirn nicht immer wieder auf der Kippe steht? Fazit: Alle wollen, dass die Krankenhäuser in Kirn und Meisenheim bleiben. Nur Alt schaffte es in der Fragerunde, das zumindest mit ein bisschen Fleisch an den Knochen zu untermauern. Die anderen? Sie haben brav den Chor mitgesungen – ohne neue Töne, ohne Tempo, ohne Überraschung. Kirn kann sich freuen.




