Heute war der Beitrag über die Erhöhung der Grundsteuer in der Stadt Kirn online – und prompt kam der Hinweis auf die Finanzlage in Hennweiler per Mail. Dort hat man nicht nur ebenfalls an der Grundsteuer gedreht, sondern gleich deutlich kräftiger. Während in Kirn über eine Erhöhung diskutiert wird, hat der Ortsgemeinderat Hennweiler den Hebesatz der Grundsteuer B von 500 auf 700 Prozentpunkte bereits vor Wochen beschlossen. Das entspricht einer Erhöhung um 40 Prozent und fällt damit deutlich höher aus als in Kirn. Die Begründung der Gemeinde ist nachvollziehbar: Der Haushalt 2026 weist einen Fehlbetrag von mehr als 310.000 Euro aus, die Liquiditätskredite liegen bei rund 1,35 Millionen Euro und zusätzlich müssen jedes Jahr fast 59.000 Euro für Zins und Tilgung aufgebracht werden. Kurz gesagt: Die Gemeindekasse steht unter erheblichem Druck.
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Entscheidung allerdings vor allem höhere Belastungen. Eigentümer zahlen künftig mehr Grundsteuer, viele Mieter werden die Erhöhung über die Nebenkosten ebenfalls zu spüren bekommen. Die Gemeinde rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von rund 64.000 Euro pro Jahr. Und genau hier wird es interessant: Bei einem Haushaltsdefizit von über 310.000 Euro bringen die zusätzlichen Einnahmen zwar Entlastung, lösen das Grundproblem aber nicht. Das ist ungefähr so, als würde man bei einem vollgelaufenen Keller zunächst einen Eimer Wasser ausschütten. Der Keller wird dadurch tatsächlich etwas leerer – aber trocken ist er noch lange nicht.
Bemerkenswert ist auch, dass die Erhöhung vollständig bei der Gemeinde verbleibt und nicht in die Umlageberechnung einfließt. Das macht den Schritt aus Sicht der Gemeinde finanziell nachvollziehbar. Aus Sicht der Bürger bleibt dennoch die Frage, ob Steuererhöhungen dauerhaft die richtige Antwort auf strukturelle Haushaltsprobleme sind. Fest steht: Hennweiler hat sich für den schnellsten Weg entschieden, zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Die Rechnung dafür landet nun bei den Grundstückseigentümern und indirekt auch bei vielen Mietern. Die eigentliche Herausforderung bleibt jedoch bestehen: Wie schafft man es, die Gemeindefinanzen langfristig wieder auf stabile Beine zu stellen? Oder etwas satirischer formuliert: Das Haushaltsloch ist zwar noch da, aber immerhin bezahlt es sich künftig etwas komfortabler.





Könnte man nicht ein paar Ladesäulen für E-Autos aufstellen? Und Hennweiler bekommt die Gewinne?
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