Die erste – und wohl auch einzige – Podiumsdiskussion zur Landtagswahl 2026 im Wahlkreis 18 ist Geschichte. Mit auf dem Podium saßen die Direktkandidaten Denis Alt (SPD), Katharina Gräff (CDU), Matthias Klee (Die Linke), Jürgen Klein (AfD), Lars Medinger (Grüne) und Torsten Straube (FDP). Die Fragerunde hat Einblicke geliefert – allerdings auch Ernüchterung gebracht. Rund 270 Zuhörerinnen und Zuhörer waren in die VfL-Halle nach Staudernheim gekommen. Die Halle war damit ordentlich besucht, aber nicht ganz gefüllt. Interesse war da, die Erwartungen ebenso. Das Format überzeugte: fünf klar strukturierte Themenblöcke zu Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, Wirtschaft und Energieversorgung. Für weitere Blöcke war keine Zeit mehr. Für jede Antwort standen zwei Minuten Redezeit zur Verfügung – was durchaus verwunderte, denn die meisten Kandidaten schöpften diese Zeit nicht annähernd aus. Insgesamt dauerte die Veranstaltung zwei Stunden. Reine Redezeit der Kandidaten: etwa eine Stunde. Der restliche Teil entfiel auf organisatorische Abläufe und vorbereitende Elemente rund um die Fragestellungen. Hier hätten sich viele wohl eine andere Gewichtung gewünscht – mehr inhaltliche Tiefe statt formaler Rahmung.
Die Veranstalter gaben sich kreativ. Lockerungsrunden sorgten für Abwechslung, die Struktur war klar, die Moderation sachlich. Am Format lag es nicht. Inhaltlich allerdings blieb vieles hinter den Erwartungen zurück. Und das lag an den Kandidaten. Zu wenig regionaler Bezug, zu wenig klare Aussagen. Inhaltlich blieb vieles im Ungefähren. Besonders beim Thema Krankenhaus Kirn zeigte sich das klassische politische Kunststück: Alle wollen es erhalten. Wie genau? Darüber herrschte bemerkenswerte Zurückhaltung. Konkrete Fahrpläne blieben insgesamt Mangelware. Das Fazit fällt nüchtern aus: Über weite Strecken blieben Antworten allgemein, Maßnahmen vage, Prioritäten unscharf. Auffällig war auch, was nicht gesagt wurde. Mit Ausnahme von Denis Alt begann niemand mit einem klaren politischen Gestaltungsanspruch im Sinne von: „Ich setze mich bei meiner Wahl dafür ein, dass …“. Der Wille zur konkreten Umsetzung blieb bei vielen eher angedeutet als ausdrücklich formuliert.
Und vielleicht war genau das die eigentliche Erkenntnis des Abends: Niemand präsentierte sich so zwingend, so klar und so entschlossen, dass man am Ende sagen musste – genau diese Person muss den Wahlkreis unbedingt in Mainz vertreten. Am ehesten konnte Dr. Denis Alt überzeugen. Seine Beiträge wirkten meist strukturiert, fachlich fundiert und konkreter als die der Mitbewerber. Blöd nur, dass seine SPD dem Kirner Krankenhaus eben keine Bestandsgarantie ausspricht und eben nicht finanziell ausgestaltet. Zudem bittet die Menschen bei Straßenbaumaßnahmen zur Kasse. Was das gesprochene Wort angeht, fielen alle anderen Kandidaten im direkten Vergleich deutlich ab. So bleibt am Ende ein gemischter Eindruck: Ein gutes Format, engagierte Organisatoren, ein interessierter Saal – aber inhaltlich wenig Durchschlagskraft. Die endgültige Bewertung allerdings nehmen die Wählerinnen und Wähler vor. Am Wahltag.
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