Woran hängt es? Aufmerksame Beobachter werden bereits bemerkt haben, dass die Arbeiten am Biergarten der Gaststätte „Kirner im Amalienpark“ ins Stocken geraten sind. Seit Tagen tut sich auf dem vorgesehenen Areal auffallend wenig. Keine neuen Paletten, kein Klappern, kein Gefühl von „bald ist hier was los“. Das hat Gründe – natürlich hat es Gründe. Es braucht noch ein Schallschutzgutachten. Und auch der Denkmalschutz hat noch ein paar Fragen, die beantwortet werden wollen. Summasumarum verhindert die Bürokratie damit einmal mehr die schnelle Umsetzung eines eigentlich recht bodenständigen Vorhabens: ein Biergarten, ein paar Tische, ein bisschen Sommer, fertig. Aber das ist nicht weiter tragisch, denn der Biergarten ist kein Schnellschussprojekt, sondern langfristig angelegt.
Man will hier nichts hinwerfen, sondern auf solide Beine stellen – am besten mit Stempel, Genehmigung und dreifacher Ausfertigung. „Alles ist im Fluss“, bestätigt Brauerei-Geschäftsführer Sven Schirmer auf Nachfrage. Die Mühlen der Bürokratie laufen eben langsam, aber dafür gründlich – und manchmal auch mit überraschender Ausdauer im Leerlauf. Nichtsdestotrotz hat die Verzögerung auch ihre stille Nebenwirkung: Die neuen Betreiber bekommen mehr Zeit, um sich einzuleben, Pläne zu verfeinern und sich mental darauf vorzubereiten, dass ein Biergarten in Deutschland nicht nur ein Ort mit Bier und Schatten ist, sondern auch ein kleines Infrastrukturprojekt mit Begleitliteratur.





Aufgrund abnehmender Leser der Tageszeitung, hier mein Leserbrief ( veröffentlicht am 30.04.):
„Wünsche gute Resonanz“
Mit Interesse habe ich den Artikel zur Neueröffnung des „Kirner im Amalienpark“ gelesen. Als unmittelbarer Anwohner und Vermieter des Gebäudes verfolge ich die Entwicklungen vor Ort naturgemäß sehr aufmerksam. In der aktuellen Diskussion um die Umgestaltung des Areals wird auch das historische Umfeld angeführt. Dabei sollte jedoch nicht übersehen werden, dass Denkmalschutz kein Selbstzweck ist, sondern immer im Zusammenhang mit einer sinnvollen und lebendigen Nutzung stehen sollte.
Der Amalienpark wird derzeit nur eingeschränkt als Aufenthaltsort wahrgenommen und genutzt. Eine behutsame gastronomische Nutzung, wie sie mit dem geplanten Biergarten vorgesehen ist, kann hier zu einer deutlichen Aufwertung beitragen. Ein belebter Ort schafft Aufmerksamkeit, soziale Kontrolle und lädt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zum Verweilen ein.
Gerade dadurch kann auch das Bewusstsein für die historische Bedeutung des Schlosses Amalienlust und der umliegenden Einzeldenkmäler gestärkt werden. Geschichte wird erfahrbar, wenn Orte genutzt und in den Alltag eingebunden sind. Ein positiver Nebeneffekt besteht darin, dass durch Nutzung und Pflege dem schleichenden Alterungsprozess der Gebäude entgegengewirkt wird – sodass sie auch für kommende Generationen erlebbar bleiben.
Ich bin daher der Auffassung, dass sich Denkmalschutz und eine qualitätsvolle Weiterentwicklung des Areals sinnvoll ergänzen können. Den neuen Betreibern wünsche ich für diesen Schritt den nötigen Mut, viel Erfolg und eine positive Resonanz in der Bevölkerung.
Daniel Sauer, Kirn