In Kirn wird gebaut. Viel gebaut. So viel, dass man fast den Überblick verliert – zumindest an der Hülsbachstraße. Dort steht das ehemalige Gebäude der Lederwarenfabrik „Favorit“, das zu einem modernen Wohnpark mit 30 hochwertigen Wohnungen umgebaut werden soll. Das Projekt firmiert unter dem optimistischen Namen „Wohnpark Favorit“ und gilt als Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung. Eigentlich wollte man im Herbst 2025 an den Start gehen. So steht es zumindest auf der Internetseite des Projektierers. „Der Einzug ist ab dem 01.10.2025 möglich – sichern Sie sich schon jetzt Ihre Traumwohnung“. Dieser Termin ist längst verstrichen. Und wer heute an dem zur Hälfte eingerüsteten Gebäude vorbeifährt, fragt sich unweigerlich: Geht es hier derzeit wirklich voran? Zumindest von außen hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas verändert.
Sichtbare Baufortschritte sind schwer zu erkennen, Hinweise auf eine baldige Nutzung ebenso. Dabei klingen die offiziellen Beschreibungen verheißungsvoll. Das historische Gebäude „erstrahlt im neuen Glanz“, moderne und offene Wohnflächen sollen neue Standards für das Kirner Land setzen. Interessierte können sich auf der Projektwebseite sogar virtuell durch die Wohnungen bewegen. Der Fortschritt scheint derzeit vor allem digital erlebbar zu sein. Natürlich ist die Umwidmung eines solchen Großgebäudes komplex, und Bauprojekte verlaufen nicht immer linear. Ob im Inneren gearbeitet wird, lässt sich von außen nicht beurteilen. Dennoch bleibt der Eindruck einer Pause. Der Wohnpark Favorit wäre zweifellos ein Glücksfall für Kirn. Die Frage ist nur: Wann wird er auch sichtbar Realität?

