„Das eine fehlende Schäfchen“ – Wer blockiert die AöR?

Eigentlich ist es fast schon rührend: 20 der 21 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Kirner Land haben sich tapfer bereit erklärt, der neuen Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) für erneuerbare Energien beizutreten. Einhellig, geschlossen, praktisch wie eine Fußballmannschaft vor dem Anpfiff. Nur eine fehlt. Nur eine hält sich bislang bedeckt. In den Ratssitzungen wird viel drumherum geredet, man macht ein kleines Geheimnis daraus – wer weiß, vielleicht lebt man die Spannung für die nächste Ausgabe des Amtsblatts. Doch der Nachbarschaftsfrieden ist leicht gestört: Wer ist das mysteriöse „schwarze Schaf“, das die Einstimmigkeit verhindert? Der Dorfklatsch munkelt, spekuliert, lächelt – aber offiziell bleibt der Name unter Verschluss. Offiziell gibt es noch eine Öffnungsklausel: Nachträglicher Beitritt ist möglich, jederzeit. Man muss also nicht auf ewig auf der Tribüne sitzen, während die Energiezukunft der Region durchstartet. Doch die Frage bleibt: Wer spielt das kleine Spiel „Ich mache nicht mit“ und genießt die Aufmerksamkeit, die ihm so plötzlich zufällt?

Vielleicht wartet man auf den richtigen Moment. Vielleicht will man nur herausfinden, ob die AöR auch ohne einen Alleinstehenden funktioniert. Oder vielleicht liebt man einfach die Rolle des mysteriösen Außenseiters, der plötzlich die ganze Verbandsgemeinde in Atem hält. Wie dem auch sei: Während alle anderen schon ihre Projekte planen, Flächen sichern und Fördermittel beantragen, bleibt die Spannung. Ein schwarzes Schäfchen, das den Chor der 20 anderen kurzzeitig ins Schattige stellt – eine perfekte Pointe für jede Sitzung, jede Pressemitteilung und jede Glosse. Denn am Ende gilt: Wer immer es auch ist – das letzte Wort hat die Öffnungsklausel. Das Schäfchen kann jederzeit aufspringen, ein bisschen verspätet vielleicht, aber doch noch Teil der Herde werden. Und die Leser? Die dürfen weiterhin rätseln, wer die kleine Ausnahme ist. Spannung garantiert.