Über den Mann der Woche, Oberarzt Rudolf-Benz-Tacheles, „Bierclub-Panne“, Mega-Bauten…
Mann der Woche: Jochen Stumm aus dem Kreisel-Haus. Bei der jüngsten VG-Ratssitzung wirkte es so, als hätten die Fraktionen dem Werkleiter gehörig die Leviten gelesen – subtil wie ein Presslufthammer. Warum? Nun, in den vergangenen Jahren fehlten offenbar wiederholt Jahresabschlüsse. Ein Umstand, der sowohl für die Verwaltung als auch für die politische Kontrolle höchst problematisch ist. Diese organisatorische Lücke sorgte für einen ordentlichen Fraktions-Einlauf, reichlich Diskussionen und nährte Vermutungen über mangelnde Durchschlagskraft im System. Bildlich gesprochen wurde ihm von allen Seiten die Pistole auf die Brust gesetzt: 2026 müssen die Abschlüsse vorliegen – sonst dürfte es noch ungemütlicher werden. Das Vertrauen bei den Kommunalpolitikern, vor allem aber bei den Gebührenzahlern, scheint längst verspielt. Ob und wie stark dies den Werkleiter persönlich betrifft, lässt sich nicht abschließend beurteilen. Klar ist jedoch: Ein funktionierendes System sollte solche Unterlagen regelmäßig, vollständig und fristgerecht vorlegen. Ein dickes Fell dürfte in dieser Gemengelage jedenfalls nicht schaden – und ein Blick auf den Gehaltszettel kann vermutlich als Balsam dienen. Tipp: Bei solchen Sitzungen die Ohren auf Durchzug stellen. Die alljährliche Watschn aus den Fraktionen lässt sich so am ehesten ertragen. Bleibt die Frage, ob diese Einläufe tatsächlich helfen und langfristig Ruhe, Struktur und ordnungsgemäße Abläufe einkehren. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Rudolf Benz: Beim Podium „Medizinische Versorgung: Was braucht Kirn?“ legte der leitende Oberarzt einen eindrucksvollen Auftritt hin. „Politik: Sagt endlich, was Sache ist“, zitierte er. Benz machte mehrfach deutlich, dass ausreichend Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal sowie dauerhafte Finanzierung und klare Strukturen nötig sind, um einen 24/7-Betrieb im Kirner Krankenhaus langfristig zu sichern. Nur so habe das Krankenhaus am Rande der Stadt überhaupt eine Chance. Alle Daten und Fakten liegen längst auf dem Tisch, doch der Wille zum Handeln fehlt – sowohl bei der Politik als auch beim Träger. Die Botschaft ist nicht neu. Mit pointierten Aussagen über 24/7-Betrieb, Sicherstellungszuschläge, Leistungsspektrum, unterschätzte Leistungsfähigkeit des Hauses sowie die geschilderte zermürbende Ungewissheit Jahr für Jahr was Anträge angeht brachte Benz das Publikum zum Staunen – und die Verantwortlichen hoffentlich ins Grübeln. Ein Auftritt, der in Erinnerung bleibt: laut, unbequem, aber notwendig.
Bierclub-Panne: Wer die KIRNER Privatbrauerei kennt, der weiß: Hier geht es nicht nur ums Bier, sondern um Perfektion bis auf den letzten Schaumkronen-Millimeter. Umso bemerkenswerter ist es, dass selbst beim Abbuchen der Bierclub-Beiträge kein Cent die Chance hat, unbemerkt zu bleiben. Bei den Premium-Mitgliedern wurden statt der vorgesehenen 44,50 Euro versehentlich 44,51 Euro abgebucht. Ein Cent – kaum größer als der letzte Tropfen am Glasrand, aber offenbar groß genug, um in der Brauerei für leichte Unruhe zu sorgen. Humorvoll könnte man überlegen, den Cent zusammenzutragen und für einen guten Zweck zu spenden; insgesamt kämen grob geschätzt zehn Euro zusammen, die die Brauerei aufstocken könnte. Für alle Beteiligten wäre das vermutlich entspannter, als jeden Cent einzeln zurückzubuchen.
Mega-Bauten im Neubaugebiet „Scheiberling“ in Hochstetten: Stellen wir uns einmal vor, dass auf drei Bauplätzen ein besonders großes Haus errichtet wird. Überdimensioniert, protzig – ein Monolith zwischen vergleichsweise kleinen Nachbarhäusern. Was könnte passieren? Die Einfamilienhäuser daneben würden im Vergleich winzig wirken, fast wie Staffage rund um einen überdimensionalen Bau. Charmant ist anders. Wer sich das bildlich vorstellen möchte, muss nicht weit gehen: Ein Blick oberhalb des Kirner Krankenhauses zeigt, wie stark einzelne Bauwerke ein Ensemble prägen können. Genau ein solches Szenario könnte theoretisch auch im Neubaugebiet „Scheiberling“ in Hochstetten-Dhaun auftreten, falls Baufenster großzügig zusammengelegt werden. Ob tatsächlich ein größeres Gebäude geplant ist, lässt sich nicht abschließend sagen – bisher handelt es sich um Hypothesen und mögliche Szenarien, keine gesicherten Fakten. Solche Überlegungen verdeutlichen, warum Dimensionierung, Maßstab und Harmonie in der Planung eine wichtige Rolle spielen.




