Schon mitbekommen? Wer dieser Tage am Jugendcafé der Offenen Jugendarbeit in Kirn vorbeigeht, wird an der Eingangstür nicht etwa von Musik, Kickergeräuschen oder dem üblichen jugendlichen Stimmengewirr begrüßt, sondern von einem klaren Hinweis: Das Angebot ist derzeit eingestellt. Ein entsprechendes Schild weist darauf hin, dass die Einrichtung geschlossen bleibt. Inzwischen ist auch der Hintergrund bekannt: Ursache sind personelle Veränderungen. Beide hauptamtlichen Betreuer des Jugendcafés haben die Einrichtung verlassen. Damit fehlt derzeit die personelle Grundlage für eine Fortführung des Betriebs in der bisherigen Form. Wie lange die Schließung andauern wird, ist bislang offen. Klar scheint jedoch, dass eine einfache Wiederaufnahme des bisherigen Angebots kaum möglich sein dürfte. Vielmehr steht die Offene Jugendarbeit vor der Aufgabe, den „Treff“ grundlegend neu zu denken – sowohl finanziell als auch konzeptionell. Das Jugendcafé „Der Treff“ galt über viele Jahre als fester Bestandteil der offenen Jugendarbeit in Kirn. Neben Freizeitangeboten wie Kicker, Billard und Treffmöglichkeiten für Jugendliche spielte die Einrichtung auch in den Bereichen Beratung, Integration und Prävention eine wichtige Rolle im städtischen Alltag. Die aktuelle Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Offene Jugendarbeit bereits seit längerem mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert ist. Diskussionen über steigende Kosten und schwierige Rahmenbedingungen hatten das Thema wiederholt in die öffentliche Debatte gebracht.
Vielen ist noch der öffentlich ausgetragene Disput zwischen der evangelischen Kirchengemeinde als Träger, insbesondere dem damaligen Presbyteriumsvorsitzenden Michael Heck, und Landrätin Bettina Dickes im Zusammenhang mit der Finanzierung des Jugendtreffs in Erinnerung. Dabei ging es vor allem um die Abrechnung und Verteilung der Personalkosten sowie um Fragen der rechtssicheren Förderung, die von beiden Seiten unterschiedlich bewertet wurden. Der Konflikt hat sich schließlich faktisch dadurch aufgelöst, dass das Personal die Einrichtung aus eigenen Gründen verlassen hat und damit die ursprüngliche Streitfrage in dieser Form keine Grundlage mehr hat. Das Jugendcafé selbst befindet sich im Eigentum der Stadt Kirn und ist vollständig eingerichtet. An den räumlichen Voraussetzungen für einen Neustart mangelt es also nicht. Dennoch bleibt derzeit offen, wann und in welcher Form der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Fest steht: Nach dem Weggang beider hauptamtlichen Betreuer wird eine einfache Fortführung des bisherigen Angebots kaum möglich sein. Vielmehr dürfte es darum gehen, den „Treff“ personell, finanziell und konzeptionell neu aufzustellen. Bis dahin bleiben die Türen geschlossen – und viele Jugendliche vor der Frage, wann ihr Treffpunkt wieder öffnen wird.





Die Kinder sind unsere Zukunft, unser wichtigstes Gut – so hört man es von allen Politikern. Aber wenn es um die Finanzierung geht, ducken sich alle weg.
Dass sich die Stadt Kirn in den letzten Jahren aus der Finanzierung zurück gezogen hat und inzwischen nur noch das Gebäude stellt, ist angesichts der klammen Lage der Kommunen einerseits verständlich – andererseits fehlt mir da das Engagement, etwas daran zu ändern.
Die Differenzen zwischen Frau Dickes und Hr. Heck wurden ja im Beitrag angesprochen. Immerhin hat dies dazu geführt, dass der Kreis Bad Kreuznach seine Förderrichtlinien überarbeitet hat, um mehr Klarheit und Transparenz zu schafeen.
Aber die Sitzung des Kreisjugendhilfeausschusses, in der die neue Richtlinie beschlossen werden sollte, wurde von Anfang Juni auf Ende August verschoben. Und dann muss siee auch noch im Kreistag beschlossen werden.
Aber solange die neue Förderrichtlinie nicht beschlossen ist, wird es auch keine Lösung für den Kirner Jugendtreff geben. Also kein Treff nach den Sommerferien.
Und ob er nach den Herbstferien wieder geöffnet ist – schauen wir mal.
Für alles ist Geld da. Hier dürfte es keine Diskussionen geben. Sofort 2 Mitarbeiter einstellen und bezahlen. Egal ob die Stadt Kirn, oder Kirner-Land, oder Kreis dafür bezahlt. Ich glaube man braucht nicht aufzuführen was passiert, wenn Jugendliche keine Anlaufstellen mehr haben und sich dann eigenständig überlegen was man in der Stadt so tun könnte…
Gerade in Kirn müsste diese Erkenntnis jedem sofort klar sein ! Bleibt man hier nun untätig, wirds am Ende für alle Bürger und für unser Gesellschaftsleben teurer !
-Kommentar ENDE- 🙂
Die beiden Liberalen hatten als Vertreter der Region im Kreistag unmissverständlich klar gemacht, wie wichtig gute Jugendarbeit ist. Hier leisten unsere Vereine Hervorragendes , denn präventive Arbeit bringt für die Menschen und Gesellschaft die höchste Rendite . Deshalb ist die Jugendarbeit in der Kirner Region unverzichtbar. Als Fördermitglied des Jugendtreffs hätte ich mir sowohl bei den Öffnungszeiten als auch Breite des Angebotes mehr Flexibilität erhofft. Herzlichen Dank an die großartige Unterstützung durch die Bürkle-Stiftung. Kreis und VG müssen nachlegen, der verschuldeten Stadt Kirn sind bei dieser sogenannten und angeblichen freiwilligen Ausgabe durch die Kommunalaufsicht die Hände gebunden .
Sehr geehrte Damen und Herren,
ja, ein Jugendleiter hat die Arbeit im Haus der Offenen Tür in Kirn bereits verlassen. Die Jugendleiterin verlässt uns auch in einigen Wochen und ist nur noch sporadisch Anwesend wg. Resturlaub etc.
Es ist eine Zäsur.
Die finanziellen Rahmenbedingungen waren und sind nicht zukunftsfähig.
Die Ev. Kirchengemeinde Kirn führt derzeit umfangreiche Gespräche um eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen. Dazu braucht es dann z.B. verlässliche Aussagen bzw. Beschlüssse des Landkreises und der anderen kommunalen Ebenen.
Eine schnelle zukunftfähige Lösung ist derzeit noch nicht fix oder greifbar, auch wenn sich einige positiven Signale ableiten lassen.
Uns, als Kirchengemeinde, sind die Hände gebunden.
Grundsätzlich wollen wir diese sozialdiakonische Arbeit mit und an jungen Menschen in Kirn aber fortführen.
Michael Heck
Vorsitzender des Presbyteriums
der Ev. Kirchengemeinde Kirn