Es sind Bilder und Videoaufnahmen, die Fragen aufwerfen. Ein Leser hat den Kirner-Land-Nachrichten entsprechendes Material zugespielt: Am Abend drehen im Kirner Schwimmbad über längere Zeit Rasensprenger ihre Runden. Bewässert wird eine Wiese, die unter der anhaltenden Trockenheit sichtbar gelitten hat. Nun könnte man sagen: Ein gepflegtes, grünes Schwimmbadgelände gehört schließlich dazu. Die Besucher sollen sich wohlfühlen. Doch genau an diesem Punkt beginnt die Diskussion. Seit Wochen wird vielerorts zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen. Auch der Landkreis appelliert eindringlich an Bürger und Unternehmen, Wasser bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Regen bleibt aus, Flüsse führen immer weniger Wasser, Böden trocknen aus – die anhaltende Trockenheit ist überall sichtbar. Vor diesem Hintergrund wirkt die großflächige Bewässerung einer Rasenfläche zumindest erklärungsbedürftig und steht auf den ersten Blick im Widerspruch zu den Sparappellen des Landkreises.
Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass für die Bewässerung besondere Regelungen gelten oder das verwendete Wasser gar nicht aus dem Trinkwassernetz stammt. Oder die VG Kirner Land hat volle Hochbehälter. Ebenso kann es gute Gründe geben, warum die Beregnung ausgerechnet in den Abendstunden erfolgt – etwa um Verdunstungsverluste möglichst gering zu halten. All das wären nachvollziehbare Erklärungen. Dennoch bleibt die Frage, die sich viele Bürger stellen dürften: Welches Signal wird damit ausgesendet? Während Privatpersonen immer wieder zum Wassersparen angehalten werden und der Landkreis zur Zurückhaltung beim Wasserverbrauch aufruft, laufen auf öffentlichem Gelände offenbar über längere Zeit die Rasensprenger. Das sorgt zumindest bei unserem Leser für Stirnrunzeln und lässt den Eindruck eines Widerspruchs zwischen Appell und Praxis entstehen.
Die VG-Werke werden ihre Gründe haben. Möglicherweise ist die Bewässerung fachlich notwendig und vollkommen unproblematisch. Vielleicht gibt es aber auch Anlass, die Praxis zu überdenken oder zumindest transparenter zu erläutern. Die Kirner-Land-Nachrichten geben diese Frage deshalb gerne weiter: Wasser marsch – alles in Ordnung oder muss das wirklich sein? Manchmal sind es eben nicht die großen Schlagzeilen, sondern die kleinen Rasensprenger am Abend, die eine größere Debatte über den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen auslösen.





Das sind legitime Fragen des Lesers, auf die im Text bereits mögliche Antworten angerissen werden. Aber da hätte man doch gleich eine Stellungnahme der VG abwarten können. Wasser sei knapp, heißt es. Wie knapp aber ganz konkret? Stichwort »Bewässerung fachlich notwendig« – das scheint mir doch immerhin insofern plausibel, als sich Badegäste wohl ungern auf einen gelben Stoppelrasen legen. Immerhin kommt die Bewässerung hier vielen zugute, nicht bloß einem einzelnen Haushalt. Das wäre bei der Beurteilung zu bedenken.