Trillerpfeifen, Applaus und deutliche Worte: Rund 150 Menschen versammelten sich am Mittwochabend auf dem Kirner Marktplatz, um ein Zeichen gegen einen aus ihrer Sicht überzogenen Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen zu setzen. Organisiert wurde die Kundgebung von der Bürgerinitiative „Kirner Heimat und Natur – Rettet den Dhauner Wald e.V.“, die die Veranstaltung unter den Slogan stellte: „Für mehr Demokratie und Mitbestimmung der Bürger gegen Maßlosigkeit und Politik hinter verschlossenen Türen“. Während andernorts über die Energiewende diskutiert wird, wird im Kirner Land längst über ihre konkrete Ausgestaltung gestritten. Im Mittelpunkt stand Cornelia Dhonau-Wehner. Sie gab einen Überblick über bestehende und geplante Solarprojekte in der Region und stellte zugleich klar: Weder sie noch ihre Mitstreiter stellen erneuerbare Energien grundsätzlich infrage. Der Vorwurf richte sich vielmehr gegen die Art der Umsetzung im Kirner Land. Nach Ansicht der Initiative seien die Entscheidungen zu stark von Einzelinteressen geprägt.
Es fehle an Transparenz und an einer angemessenen Bürgerbeteiligung. Gefordert werde daher ein Umdenken. „Maßvoll und mit Konzept“ – so brachte Dhonau-Wehner die Position der Initiative auf den Punkt. Dabei gehe es nicht um ein grundsätzliches Nein zur Energiewende, sondern um die Frage, wie diese vor Ort gestaltet werden soll. Während Befürworter eines stärkeren Ausbaus auf regionale Wertschöpfung, zusätzliche Einnahmen für die Kommunen und eine höhere Versorgungssicherheit verweisen, setzen die Kritiker andere Schwerpunkte. Sie fordern den Schutz von Landschaft und Natur, den Erhalt des Heimatbildes, mehr Bürgerbeteiligung sowie eine Begrenzung des Flächenverbrauchs. Über der gesamten Veranstaltung schwebte das Thema Hennweiler und die dort geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage.
Kein Wunder also, dass zahlreiche Bürger aus der Höhengemeinde den Weg auf den Marktplatz gefunden hatten. Für Dhonau-Wehner ist Hennweiler das Paradebeispiel für Planungen, die an den Menschen vor Ort vorbeigingen. Nicht zugegen waren politische Funktionsträger aus dem Kirner Land. Immer wieder waren Trillerpfeifen zu hören, zwischendurch brandete Applaus auf – insbesondere bei Aussagen, die den Gegnern des Hennweiler Projekts aus dem Herzen sprachen. Dhonau-Wehner, die für die CDU sowohl im Stadtrat als auch im Verbandsgemeinderat sitzt, nahm ihre politischen Kollegen in die Pflicht, bei den Planungen mit größter Sorgfalt vorzugehen. Die engagierte Naturschützerin hat sich in den vergangenen Jahren und Monaten zu einer der prägenden Stimmen des Widerstands gegen einen aus ihrer Sicht überzogenen Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Kirner Land entwickelt.




