Gedanken zur Zukunft unserer Heimat: Tourismus, Natur, Energie

Der geplante Zusammenschluss der Landkreise Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück-Kreis und Birkenfeld zu einem gemeinsamen Tourismusverband gibt Anlass zu Hoffnung, aber auch zu kritischer Reflexion. Nach eingehender Auseinandersetzung mit den Entwicklungen in der Region hat sich der Paul-Gerhard Wagner Gedanken darüber gemacht, wie sich der Ausbau erneuerbarer Energien, der Schutz der gewachsenen Kulturlandschaft und die Zukunft des ländlichen Tourismus miteinander vereinbaren lassen.

„Bei dem Zusammenschluss der Landkreise Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück-Kreis und Birkenfeld zu einem Tourismusverband kann der Eindruck vermittelt werden, dass damit auch eine Neuausrichtung der Flächen erfolgt. Hat doch das Erneuerbare-Energien-Gesetz ab dem 25.02.2025 Förderungen und Fördersätze für Solaranlagen vorgesehen, die gerne genutzt werden. Darüber hinaus entwickelt sich der intensive Ausbau von Windkraftanlagen, die den Hunsrück und die Nahe verändern und bereits verändert haben. Es entstand ein Solar- und Windpark, der weiter ausgebaut wird. Was bleibt da noch für die Erschließung der Landschaft und den Tourismus nouvelle?

Die Kernstücke der Landschaft mit den Wäldern am Erbeskopf, dem Idarwald, um die Wildenburg, dem Lützelsoon und dem Soonwald verlieren ihre Bedeutung als Hochwald. Waren noch einige Bereiche von der Erschließung mit Windmühlen ausgeschlossen, wird sich dies bald ändern. Für den Tourismus erschlossene Parks um Kempfeld und Rheinböllen verlieren ihre natürliche Bedeutung. Durch die Eingriffe in die Natur verändern sich die Ökologie und damit die Artenvielfalt wildlebender Tiere sowie die Ornithologie. Als Folge fehlt die natürliche Aussaat. Was bleibt für den Tourismus noch übrig? Schließlich schaffen die Fundamente für die Windmühlen Betonklötze in der Landschaft, die an den Westwall im Saarland und in Frankreich erinnern.

Ein weiterer Rückgang zeichnet sich bei Gaststätten und Restaurants ab. Vorbei das Einkehren, der Stammtisch, die Familienfeiern. Aber auch die Begegnungen mit Ferienbesuchern auf dem Lande und der Austausch bei einem Gespräch mit ihnen. Ferien auf dem Bauernhof mit Kindern werden zur Seltenheit. Der Landwirt stellt zunehmend auf Getreidewirtschaft um und hat die Viehwirtschaft weitgehend reduziert bzw. ganz eingestellt. So ist die Veränderung der Landwirtschaft auch ein Meilenstein für den Tourismus. Die Weinanbaugebiete als sogenannte Genussregionen sind noch weitgehend verschont geblieben, wobei Stilllegungen von Wingertgärten aber zu sehen sind. Eben der Wandel der Zeit.„

Paul-Gerhard Wagner
Oberhausen bei Kirn