Man greift nichtsahnend zur Brötchentüte – und zack: ÖPNV. Die KRN hat wieder zugeschlagen und die Backtheke der Bäckerei Fickinger erfolgreich verkehrspolitisch infiltriert. Wo sonst Mohnbrötchen und Laugenstangen wohnen, fährt nun der Bus. In Endlosschleife. Blau, gelb, optimistisch. „Mehr Netz. Mehr Takt. Mehr Bus.“ Drei Worte, dreimal mehr. Das ist nicht weniger als der Koalitionsvertrag des Nahverkehrs, komprimiert auf eine Papiertüte, die man später fürs Altpapier faltet oder zum Einfrieren alter Brotreste nutzt. Nachhaltig ist das allemal. Die Idee ist bestechend: Werbung nicht dahin kleben, wo sie keiner sieht, sondern dahin packen, wo jeder hinschaut – nach Hause. Auf den Küchentisch. Neben die Butter. Neben die Zweifel.
Ob der Slogan stimmt? Darüber mögen andere richten. Menschen zum Beispiel, die tatsächlich auf den Bus angewiesen sind. Oder solche, die einen erwischt haben. Der Blog hingegen kennt den Bus vor allem als seltenes Naturphänomen: groß, blau, beeindruckend – und überwiegend menschenleer. Ein fahrender Beweis dafür, dass Hoffnung bekanntlich Platz braucht. Aber man will nicht unfair sein. Es gibt wahrlich schlechtere Aktionen. Der Bus auf der Tüte fährt wenigstens zuverlässig, ist nie verspätet und immer gut ausgelastet – mit Brötchen. Vielleicht ist das ja der neue Ansatz: Erst die Backwaren, dann die Fahrgäste



