Eigentlich schien die Sache ziemlich klar. Die Verwaltung hatte mit Thomas Lorenz (FWG) einen Wunschkandidaten für den Verwaltungsrat der „Energieprojekte Kirner Land AöR“ ins Rennen geschickt. Fachlich bestens geeignet, ausgewiesener Kenner der Erneuerbaren Energien – kurz gesagt: eigentlich ein Glücksfall für das Gremium. Nur sahen das zwölf Ratsmitglieder offenbar anders. In geheimer Wahl – was bereits auf eine Überraschung hindeuten konnte – fiel Lorenz durch. Neun Stimmen gab es für ihn, zwölf dagegen. Ein Ergebnis, das bei Bürgermeister Thomas Jung und den anwesenden Ortsbürgermeistern für reichlich Verwunderung sorgte. Denn wenn fachliche Kompetenz das entscheidende Kriterium sein sollte, hätte man sich den Ausgang wohl anders vorgestellt. Doch Kommunalpolitik hat bekanntlich ihre eigenen Gesetze – und die stehen nicht immer im Gesetzbuch.
Nach der überraschenden Abfuhr wurde weitergewählt: Katrin Hailer (CDU) schlug Lena Müller (SPD) als Vertreterin vor. Wieder wurde geheim gewählt. Diesmal war das Ergebnis deutlich eindeutiger: 16 Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen. Müller nahm die Wahl an. Sie wird damit die Vertreterin im Verwaltungsrat. Die Position, für die zuvor Thomas Lorenz vorgeschlagen worden war, bleibt dagegen vorerst unbesetzt. Kompliziert! Damit war die Sache zumindest teilweise entschieden. Anders als gedacht, aber demokratisch. Die Mehrheit hat gesprochen. Und die geheime Wahl hat offenbar mehr zu erzählen als die offizielle Beschlussvorlage. Bleibt allerdings die Frage: Was steckt dahinter? Warum ist der fachlich hochgelobte Wunschkandidat der Verwaltung im Rat durchgefallen? Wer hat hier eigentlich gegen wen gestimmt? Und war dieser Wahlausgang möglicherweise schon vorher absehbar – oder gar vorbereitet? Spekulieren muss erlaubt sein. Dazu morgen mehr – im Kommentar.




