Frau Klöckner, was haben Sie eigentlich gegen Fußballfans?

Sehr geehrte Frau Klöckner,

„wir sind hier jetzt „net“ auf einem Fußballplatz. Heben Sie sich das fürs Wochenende auf.“ Diesen Satz, gewürzt mit etwas heimischem Dialekt, von Ihnen habe ich mit einiger Verwunderung gehört. Sie wollten damit die AfD-Fraktion im Bundestag zur Ordnung rufen. Das ist Ihr gutes Recht. Aber ich frage mich: Was haben Sie eigentlich gegen Fußballfans? Denn mit Ihrem Vergleich stellen Sie den Fußballplatz sinngemäß als Ort von Gebrüll, Pöbelei und Disziplinlosigkeit dar – und damit ein ganzes Heer von Fußballfans mit den Zwischenrufern der AfD im Bundestag auf eine Stufe. Millionen Menschen gehen am Wochenende ins Stadion, feuern ihre Mannschaft an, jubeln, pfeifen und schimpfen auch einmal über den Schiedsrichter. Das gehört zum Fußball.

Das ist keine parlamentarische Störung. Das ist Fußball. Sie hätten einfach sagen können: „Wir sind hier im Deutschen Bundestag. Benehmen Sie sich entsprechend.“ Das wäre deutlich gewesen und hätte seinen Zweck erfüllt. Stattdessen wollten Sie mit Ihrem Spruch offenbar besonders cool wirken. Gelungen ist dabei vor allem eines: Sie haben nebenbei Millionen Fußballfans mit denjenigen gleichgesetzt, die Sie eigentlich zur Ordnung rufen wollten. Deshalb meine ganz persönliche Frage an Sie: Frau Klöckner, was meinen Sie eigentlich, wie es auf Fußballplätzen abgeht? Und vor allem: Was haben die Fußballfans Ihnen getan, dass Sie sie gemeinsam mit den AfD-Abgeordneten in einen Topf werfen? Das haben die nun wirklich nicht verdient. Die Meisten jedenfalls.

Mit freundlichen Grüßen