Drei Jahre reserviert, Tankstelle abgesagt – jetzt gibt es neue Interessenten

Reine Formsache: Der Verbandsgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung der Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans für das Gewerbegebiet in Hochstetten-Dhaun zugestimmt. Damit wird die bisher als Sondergebietsfläche ausgewiesene Fläche wieder als gewerbliche Baufläche dargestellt. Ursprünglich sollte dort eine Tankstelle mit angeschlossenem Verbrauchermarkt der Scherer-Gruppe entstehen. Rund drei Jahre war die Fläche für dieses Vorhaben reserviert. Die dafür notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen wurden geschaffen, doch letztlich kam es weder zum Kauf der Fläche noch zur geplanten Investition. Das Projekt ist inzwischen vom Tisch. Nun also die Rückkehr zur ursprünglichen Nutzungsmöglichkeit als Gewerbefläche. Und offenbar könnte es diesmal schneller gehen: Auf Nachfrage erklärte Ortsbeigeordnete Ursula Fett, dass es bereits Anfragen für die Fläche gebe. Wer konkret Interesse bekundet hat und welche Nutzung dort vorgesehen sein könnte, wurde bislang nicht bekannt.

Damit könnte die lange Vorgeschichte der Fläche nun eine neue Wendung nehmen. Während die Kommune nach dem Scheitern des Tankstellenprojekts zunächst wieder am Ausgangspunkt stand, zeichnet sich inzwischen zumindest neues Interesse ab. Ob daraus tatsächlich eine Ansiedlung wird, muss sich allerdings erst zeigen. Mit dem Beschluss des Verbandsgemeinderates ist zunächst die planerische Grundlage geschaffen. Als nächster Schritt muss die Kreisverwaltung Bad Kreuznach die Änderung des Flächennutzungsplans genehmigen. Danach kann die weitere Entwicklung der Fläche auf den Weg gebracht und können Gespräche mit möglichen Gewerbetreibenden konkretisiert werden. Doch bei aller Hoffnung auf eine neue Nutzung bleibt auch eine andere Frage im Raum: Was hat der jahrelange Zeitverzug eigentlich gekostet? Rund drei Jahre wurde die Fläche für ein Projekt freigehalten, das letztlich nicht umgesetzt wurde. Hinzu kommen die wiederholten Änderungen der planerischen Ausrichtung – von der ursprünglich vorgesehenen gewerblichen Nutzung über die Sondergebietsfläche für Tankstelle und Verbrauchermarkt und nun wieder zurück zur Gewerbefläche.

Welche Kosten sind durch diesen Zeitverzug und die wiederholten Umwidmungen entstanden? Wer trägt diese Kosten – und damit letztlich die Zeche für die jahrelange Planung? Ging es dabei nur um Verwaltungs- und Planungskosten oder sind der Gemeinde beziehungsweise der Region darüber hinaus wirtschaftliche Chancen entgangen, weil die Fläche über Jahre nicht anderweitig vermarktet werden konnte? Diese Fragen dürften umso interessanter werden, wenn nun tatsächlich neue Gewerbebetriebe Interesse an dem Standort zeigen. Denn dann stellt sich auch die Frage, ob die Fläche ohne die jahrelange Bindung an das gescheiterte Tankstellenprojekt bereits früher hätte entwickelt werden können. Nach drei Jahren richtet sich der Blick damit wieder nach vorn. Entscheidend wird nun sein, ob aus den bereits vorhandenen Anfragen tatsächlich ein konkretes Gewerbeprojekt entsteht – und ob die Fläche diesmal dauerhaft einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden kann.