Was darf das Diakonie Krankenhaus Kirn künftig noch leisten? Diese grundsätzliche Frage stellt sich angesichts der geplanten Krankenhausreform. Nach der derzeitigen Liste des Landes Rheinland-Pfalz soll die neue Leistungsgruppen-Zuweisung zum 1. Januar 2027 gelten. Für Kirn sind darin lediglich drei Gruppen vorgesehen: Allgemeine Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie und Intensivmedizin. Besonders relevant ist, was nicht aufgeführt ist: die Endoprothetik. Für den künstlichen Hüftgelenkersatz gibt es die Leistungsgruppe 23, für Knie-Endoprothetik die Gruppe 24. Auch Wechseloperationen an Hüft- und Knieprothesen sind eigenen Leistungsgruppen (25 und 26) zugeordnet. Keine dieser Gruppen ist in der geplanten Zuweisung für Kirn enthalten. Nach meiner Lesart der vorliegenden Planung bedeutet das: Der Einbau künstlicher Hüft- und Kniegelenke sowie entsprechende Wechseloperationen wären in Kirn ab 2027 nicht mehr als zugewiesene Leistungen vorgesehen. Dabei muss betont werden, dass es sich um eine geplante Zuweisung und noch nicht um eine abschließende juristische Entscheidung über jeden einzelnen Eingriff handelt.
Trotzdem ist die Botschaft für die Region deutlich. Die Hüft- und Knie-Endoprothetik gehört seit Jahren zur wohnortnahen Versorgung in Kirn und wird von den Patientinnen und Patienten geschätzt. Fällt sie weg, müssen Menschen für diese Eingriffe künftig möglicherweise auf andere Standorte ausweichen. Das betrifft nicht nur die Operationswege, sondern auch die Bedeutung und Attraktivität des chirurgischen Standortes Kirn. Gleichzeitig soll Kirn perspektivisch zu einem sektorenübergreifenden Versorger beziehungsweise einer Regioklinik entwickelt werden. Umso wichtiger ist die Frage: Was bekommt Kirn durch die Reform – und was verliert Kirn? Bei der Endoprothetik könnte der Verlust erheblich sein – auch die von Mitarbeitern. Die Möglichkeit, Menschen aus der Region ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk wohnortnah in Kirn einzusetzen oder Prothesen dort zu wechseln, scheint nach der derzeitigen Planung wegzufallen. Deshalb sollte die Diskussion jetzt geführt werden – und nicht erst dann, wenn Patientinnen und Patienten ihre Operation künftig außerhalb der Region suchen müssen.





