In Kirn wird derzeit nicht einfach nur ein Fitnessstudio gebaut – hier wächst auf über 1.000 Quadratmetern eher so etwas wie ein sportliches Paralleluniversum. In den ehemaligen Räumen des Modehauses Venter im Obergeschoss entsteht das neue Projekt von Murat Gürel, der bereits in Bad Sobernheim mit dem „Moove“ aktiv ist und nun offenbar den regionalen Fitnessmarkt in den Expansionsmodus zwingt. Das neue Logo prangt bereits über der Eingangstür und wirkt wie ein Vorbote der kommenden Muskelära, während im Inneren noch fleißig geschraubt, gebohrt und gebaut wird Denn aktuell ist hier noch Baustellenrealität statt Bizeps-Idylle: Trockenbauer ziehen Wände ein, Elektriker verlegen kilometerweise Kabel, und Installateure sorgen dafür, dass später auch wirklich alles dort ankommt, wo es im Idealfall hinsoll. Parallel dazu sind aber bereits erste Prestige-Meilensteine erreicht – das Treppenhaus steht, und auch die Fassadenarbeiten inklusive zusätzlicher Fenster sind schon sichtbar abgeschlossen, als würde das Gebäude selbst langsam anfangen, sich für den Eröffnungstag aufzurichten.
Die Fertigstellung ist für den Herbst geplant, bis dahin soll sich der Rohbau in ein voll ausgestattetes Fitnesszentrum verwandeln. Und das Konzept ist ambitioniert: 24 Stunden an sieben Tagen die Woche soll trainiert werden können – ganz im Zeichen maximaler Flexibilität. Der Einlass wird digital geregelt, unter anderem per QR-Code und Gesichtserkennung, damit auch wirklich niemand aus Versehen einfach nur vorbeigeht. Innen entsteht eine Art Geräte-Mikrokosmos mit rund 90 Fitnessgeräten – „für jeden Muskel ein Gerät oder gleich zwei“, wie der Betreiber selbstbewusst erklärt. Dazu kommen Cardiobereiche an der Fensterfront, 30 Matrix-Zuggeräte, Freihantelzonen und eine Sprintbahn, falls jemand beim Bankdrücken plötzlich noch Energie übrig hat.
Im hinteren Bereich wird derzeit ein separater Kursraum abgetrennt – später gedacht für Gruppendynamik zwischen Zumba, Yoga und allem, was sich sonst noch rhythmisch bewegen lässt. Daneben entstehen verschiedene Trainingszonen, eine Lounge-Ecke zum Verschnaufen zwischen zwei sportlichen Identitätskrisen sowie ein Massageraum, der extern vermietet werden soll – für alle, die nach dem Training professionell wieder zusammengesetzt werden möchten. Das ganze Projekt soll bewusst mehr sein als nur ein Ort für Gewichte: Modern, stilvoll, ein bisschen urban inszeniert – inklusive Graffiti-Elementen, damit sich Jugend und „ältere Generation“ gleichermaßen irgendwo zwischen Hantel und Hipness wiederfinden. Am Ende stehen voraussichtlich acht bis zehn Mitarbeitende bereit, um den Betrieb am Laufen zu halten – sofern man bei 24/7-Betrieb überhaupt noch von „geschlossen“ sprechen kann. Und während draußen noch gebaut wird, steht das Logo über der Tür schon fest im Raum: als wäre das Studio gedanklich längst fertig – nur der Rest der Welt muss noch nachziehen.




