„Gelesen und für gut befunden“ – Rhein-Hunsrück-Kreis setzt Maßstäbe in der Medizinerförderung

Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben der Kommunen. Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat darauf bereits eine klare Antwort gefunden: ein strukturiertes und leistungsstarkes Medizinstipendienprogramm, das gezielt den Nachwuchs im Bereich Humanmedizin fördert und langfristig an die Region bindet. Unter dem Motto „Gelesen und für gut befunden“ überzeugt das Programm durch klare Struktur, attraktive Förderung und eine starke regionale Verankerung. Jährlich werden bis zu fünf Stipendien vergeben. Gefördert wird für maximal 72 Monate – beginnend nach Abschluss der entsprechenden Vereinbarung und spätestens endend mit dem Bestehen des dritten Abschnitts der ärztlichen Prüfung. Die finanzielle Unterstützung ist zweistufig aufgebaut: Zunächst erhalten Studierende 1.000 Euro monatlich bis zum erfolgreichen Abschluss des ersten Abschnitts der ärztlichen Prüfung (maximal 24 Monate). Nach Vorlage des Nachweises steigt die Förderung auf 1.200 Euro monatlich. Ergänzt wird das Programm durch umfassende nicht-finanzielle Unterstützung wie Hilfe bei der Stellensuche, Kooperationen mit Kliniken im Kreis sowie die Vermittlung von Famulaturen, PJ- und Praktikumsplätzen.

Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten zu einer regionalen Bindung. Die Facharztausbildung ist in ausgewählten Disziplinen wie Allgemeinmedizin, Innerer Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Gynäkologie und Geburtshilfe oder im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu absolvieren. Im Anschluss ist eine mindestens fünfjährige Tätigkeit im Rhein-Hunsrück-Kreis vorgesehen. Wird die Facharztausbildung außerhalb der Region durchgeführt, verlängert sich die Verpflichtungsdauer auf bis zu zehn Jahre. Im Vergleich dazu verfügt der Landkreis Bad Kreuznach derzeit über kein vergleichbares, eigenständig strukturiertes Medizinstipendienprogramm und verweist in diesem Zusammenhang auf die Unterstützung durch die Bittmann-Stiftung. Während der Rhein-Hunsrück-Kreis ein eigenes Förderinstrument zur Sicherung der ärztlichen Versorgung einsetzt, ist ein entsprechendes kommunales Programm in Bad Kreuznach bislang nicht etabliert.