In der regionalen Tankstellenlandschaft herrscht derzeit sichtbar Bewegung – und zwar mehr als nur beim Benzinpreis. Die TaRa Group aus Idar-Oberstein übernimmt nach und nach mehrere Standorte der Scherer Gruppe aus Simmern und investiert dabei kräftig in Modernisierung und Umbau. So wird etwa die ehemalige Shell-Tankstelle in Simmern seit Anfang Mai von der TaRa Group betrieben und soll ab Mitte Juli offiziell als Aral-Station neu starten. Rund 800.000 Euro fließen dort in neue Technik, einen modernen Shopbereich sowie zeitgemäße Klima-, Licht- und Kassensysteme. Die integrierte Postfiliale bleibt erhalten – vermutlich als einer der stabilsten Faktoren im gesamten Umbauprozess. Auch in Kastellaun wurde bereits zuvor ein Standort übernommen und umfassend modernisiert. Dort investierte das Unternehmen rund 600.000 Euro in neue Ausstattung, erweiterten Shop, Sitzbereiche und barrierefreie Infrastruktur. Kurz gesagt: Wenn TaRa übernimmt, wird selten nur „ein bisschen gestrichen“, sondern eher einmal alles neu gemacht.
Parallel dazu zeichnet sich bei der Scherer Gruppe ein klarer strategischer Rückzug aus dem Tankstellensektor ab, während der Schwerpunkt offenbar wieder stärker auf dem klassischen Automobilgeschäft liegt. Die übernommenen Stationen zeigen zugleich, dass die TaRa Group vor allem bestehende Standorte modernisiert und weiterentwickelt – weniger jedoch neue Großprojekte aus dem Boden stampft. Damit rückt zwangsläufig auch ein anderes Vorhaben in den Blick: das geplante Tankstellen- und Verbrauchermarktprojekt in Hochstetten-Dhaun an der B41-Ausfahrt „Mitte“. Dieses Projekt war ursprünglich mit einem neuen Standortkonzept verbunden, taucht in den aktuellen Entwicklungen rund um die Übernahmen jedoch nicht mehr aktiv auf. Hinzu kommt eine frühere Aussage von TaRa-Vorstand Sascha Spindler, der bereits im August 2024 auf Nachfrage gegenüber den Kirner Land Nachrichten erklärte: „Leider sehen wir in Hochstetten-Dhaun keine Möglichkeit etwas zu tun.“
Ob dieser Satz eher als endgültiger Deckel oder als Momentaufnahme zu verstehen ist, bleibt – freundlich formuliert – Interpretationssache. In der lokalen Projektgeschichte wäre beides nicht völlig ungewöhnlich. Aktuell gibt es jedenfalls keine öffentliche Bestätigung, dass das Vorhaben umgesetzt, übernommen oder konkret weiterverfolgt wird. Ebenso wenig gibt es eine offizielle Aussage, dass es endgültig aufgegeben wurde. Hochstetten-Dhaun bleibt damit vorerst das, was es im regionalen Infrastrukturkontext manchmal wird: ein gut vorbereitetes Projekt mit offenem Ausgang. Und so gilt wie so oft in der Branche: Während andernorts bereits neue Kassen klingeln und Kaffeemaschinen installiert werden, wartet man an der B41 noch darauf, ob aus Plänen tatsächlich Zapfsäulen werden – oder doch nur eine weitere Datei im Archiv der regionalen Entwicklungsgeschichte bleibt. Ob aus den Plänen an der B41 tatsächlich noch einmal eine Tankstelle wird, steht derzeit in den Sternen – und die sind bekanntlich kein belastbarer Bauantrag.





Genau an der Stelle einen Lidl mit Ladesäulen bauen wäre doch genial. Man würde den gesamten Berufsverkehr treffen. Es ist bekannt, dass Handwerker von einer Dose KONG Strong und einem Teilchen aus der Backtheke leben. Wäre ein sehr guter Standort.