Es hätte ein großer Schritt in Richtung Zukunft werden können – stattdessen wurde es eine kalte Dusche: Der Verbandsgemeinderat hat die Auftragsvergabe für die kommunale Wärmeplanung unter der Woche kurzerhand abgelehnt und damit der eigenen Verwaltung sowie Bürgermeister Thomas Jung eine deutliche Abstimmungs-Pleite beschert. Autsch, das tut weh. Dabei klang zunächst alles nach einem Selbstläufer: Rund 62.000 Euro Kosten, mehr als doppelt so viel an Fördermitteln vom Land – und das Ganze auch noch gesetzlich vorgeschrieben durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG). Doch im Rat überwog am Ende die Skepsis. Tenor aus den Reihen der Mandatsträger: Was auf dem Papier gut aussieht, müsse noch lange nicht in der Praxis funktionieren. Hinter vorgehaltener Hand wurde deutlich, dass viele Ratsmitglieder den Nutzen der kommunalen Wärmeplanung bezweifeln – insbesondere, weil die darin entwickelten Konzepte vor Ort kaum umsetzbar seien. So wurde aus einem vermeintlich sicheren Beschluss ein politischer Kälteeinbruch. Die Folge: kein Auftrag, kein Plan – aber weiterhin eine gesetzliche Verpflichtung. Denn eines bleibt trotz Abstimmungsniederlage bestehen: Bis spätestens Mitte 2028 muss eine Wärmeplanung vorliegen. Ob diese dann später mit mehr Zeitdruck, höheren Kosten oder unter dem wachsamen Blick der Aufsichtsbehörden zustande kommt, bleibt abzuwarten. Bis dahin gilt im Kirner Land offenbar: Die Wärmewende lässt noch auf sich warten. Wie so vieles.
Verbandsgemeinde kassiert überraschende Abstimmungs-Pleite: Wärmeplanung bleibt vorerst kalt




