AfD – der neue Kirner Platzhirsch: Wenn Stimmen sprechen – und niemand zuhört

Die Zahlen aus der Landtagswahl in der Stadt Kirn sind mehr als nur ein Wahlergebnis. Sie sind ein Stimmungsbild. Und dieses Stimmungsbild ist eindeutig. Eigenen Berechnungen zufolge kommt die AfD auf 1.077 Stimmen (32,1 Prozent) und liegt damit deutlich vor den etablierten Parteien. CDU und SPD folgen mit einigem Abstand und nahezu gleichauf: Die CDU erreicht 802 Stimmen und die SPD 844 Stimmen. Dahinter fallen die Ergebnisse deutlich ab: Die Grünen kommen auf rund 120 Stimmen (3,6 Prozent), die FDP auf etwa 75 Stimmen (2,4 Prozent). Diese Zahlen sind nicht nur Statistik. Sie erzählen eine Geschichte. Denn der Vorsprung der AfD bedeutet konkret: Hunderte Menschen mehr haben sich in Kirn bewusst für diese Partei entschieden und nicht für SPD oder CDU. Das ist kein Zufall und auch keine Randerscheinung – es ist Ausdruck einer spürbaren Verschiebung. Ein Blick zurück auf die Landtagswahl 2021 macht die Entwicklung besonders deutlich: Damals lag die SPD in Kirn noch klar vorne mit rund 40,4 Prozent, während die CDU auf etwa 24 Prozent kam. Die AfD spielte mit etwa 10,8 Prozent noch eine deutlich kleinere Rolle. FDP (7,6 Prozent) und Grüne (4,7 Prozent) bewegten sich ebenfalls auf einem höheren Niveau als heute.

Innerhalb weniger Jahre hat sich das Bild damit grundlegend verändert. Die AfD hat ihren Stimmenanteil nahezu verdreifacht und ist zur stärksten Kraft geworden. Die CDU ist nahezu gleich geblieben. Gleichzeitig hat die SPD deutlich an Rückhalt verloren, während auch FDP und Grüne Stimmen eingebüßt haben. Hinter diesen Stimmen stehen Menschen, die mit den etablierten Parteien offenbar nicht mehr zufrieden sind. Menschen, die sich abgewendet haben. Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein – Enttäuschung, fehlendes Vertrauen, das Gefühl, nicht gehört zu werden. Doch gemeinsam ist ihnen die Entscheidung, eine andere politische Richtung zu wählen. Auffällig bleibt dabei die Reaktion – oder das, was davon zu sehen ist. Von diesen Wählerinnen und Wählern hört und liest man kaum etwas. Ebenso wenig scheint es eine breite, sichtbare Auseinandersetzung der Altparteien mit den Ursachen zu geben. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass diese Entwicklung stillschweigend hingenommen wird. Dabei müsste genau hier angesetzt werden.

Denn die Stärke der AfD ist nicht isoliert zu betrachten. Sie ist von den Zahlen her betrachtet sogar „Volkspartei“. Deren Aufstieg ist zugleich die Schwäche aller anderen Parteien. Jeder Prozentpunkt, den die AfD gewinnt, fehlt bei SPD, aber eben auch bei Grünen und FDP. Das Wahlergebnis ist damit auch ein Spiegel dafür, wo Vertrauen verloren gegangen ist. Wahlen sind mehr als ein Wettbewerb um Prozentzahlen. Sie sind ein Signal der Bevölkerung. Und das Signal aus Kirn ist klar: Ein wachsender Teil der Wählerinnen und Wähler fühlt sich von den bisherigen politischen Angeboten nicht mehr angesprochen. Wer dieses Signal nicht ernst nimmt, riskiert, dass sich die Entwicklung weiter verstärkt. Die eigentliche Frage ist daher nicht nur, wer vorne liegt. Sondern warum – und was jetzt daraus gemacht wird.

25 thoughts on “AfD – der neue Kirner Platzhirsch: Wenn Stimmen sprechen – und niemand zuhört

  1. Einfach „Spitze“ die Analyse Klaus Pfrengles zur Landtagswahl in der eingemeindeten Stadt Kirn,
    in der wir leben. Irgendwie leiden die einst etablierten Parteien an Sinnesstörungen, so dass sie einfach abstürzen und einer andren Partei die Stimmen überlassen. Auch wenn es paradox
    erscheint: Aus systemischer Sicht ist die AfD in dem demokratischen Prozess einzubinden, um ihre Wirklichkeit zu erfahren. Vergeuden sie nicht Ihre Kraft mit Schuldzuweisungen und hören sie endlich zu!

  2. Fangen wir also an zu verstehen, was die sogenannte Alternative wirklich will. Dafür eignen sich die zugegebenermaßen etwas sperrigen Texte ihres einflussreichsten Vordenkers Landolf Ladig a.k.a.Björn Höcke:

    https://politicalbeauty.de/landolf/Volk%20in%20Bewegung%20%282012-1%29%20-%20Die%20Krise%20des%20Liberalismus.pdf

    Auf das dieses Mal niemand mehr sagen möge „davon wusste ich nichts“ oder „das habe ich nicht gewollt“.

    Wir stehen gegenwärtig vor vielen großen Herausforderungen – Neofaschismus ist sicherlich KEINE Lösung.

    1. Kleiner Hinweis: Das von Ihnen zitierte Skript ist von 2012, wir haben jetzt 2026. Eine Überprüfung auf Aktualität wäre vllt nicht schlecht. Und: Herr Höcke ist weitgehend zu Recht umstritten, aber er ist nicht die Partei. Da gibt es auch andere Leute. Ich bleibe bei meiner Empfehlung, eine ernsthafte Diskussion zu suchen.

      1. Wenn Sie etwas Aktuelleres wünschen: Ein Plakat von Nicole Höchst vom Sommer 2025. „An alle Moslems in Deutschland: Was immer du auch isst … Es ist mit Schweinescheiße gedüngt“.
        Das war dann selbst dem AfD Bundesvorstand zu viel. Den Wählern aber wohl nicht.

          1. Spätestens seit 2017 bestimmen Höcke und Spießgesellen vollständig die Ausrichtung der Politsekte. Meuthen musste erkennen, dass es immer krasser ins Nationalistische ging und warnt seitdem vor der braunen Gefahr.. Höckes Ideologie hat sich seit 2012 nicht verändert. Lediglich setzt er konsequent auf Selbstverharmlosung. Und diese Strategie verfängt, wie ein paar Kommemntierende beweisen. Zum Glück stellen die weiterhin eine kleine Minderheit dar.

  3. Kleine Ergänzung zu Herrn Pfrengles Analyse: Einem wachsenden Teil der WählerInnen geht Politik am A…vorbei, da sie Kenntnisse, Respekt, Zuhören, Kompromissbereitschaft, Umsicht, Demut, Engagement und vieles andere mehr verlangt. Das ist extrem anstrengend und für viele schlichtweg eine Zumutung.
    Im Neofaschismus ist das alles nicht mehr nötig, da man dort ja im Besitz der universellen Wahrheit ist! Deshalb wählt man diesen blauen Lügenverein.

  4. Ich stimme Uwe Rakow vollumfänglich zu. Unsere Altparteien müssen Zuhören lernen, Fehler eingestehen und sie auch , wenn nötig, korregieren. Es müssen Dialoge her, mit unseren Mitbürgern und auch der AfD. Es bringt gar nichts, diese Partei ständig zu verteufeln und ihr dadurch immer mehr Zulauf zu verschaffen. Mein Appell an Alle: Redet endlich miteinander !!!!

  5. Was die Rechtsextremisten wollen, ist doch hinlänglich bekannt. Da reicht doch ein Parteitag oder ein Treffen in Schnellroda. Warum sollte man diesen Wahnsinn weiter verharmlosen? Jede/r, die oder der bei diesem Haufen sein Kreuz macht, ignoriert entweder deren Inhalte oder sympathisiert mit Neofaschismus.
    Ja, man muss mit deren Wählern reden und sie fragen, ob sie wissen, was sie da unterstützen. Aber leider sind sehr viele von denen für vernünftige Argumente nicht mehr aufnahmefähig.

    1. Hallo Herr Blank,
      Stimme Ihnen zu. Deutschland muss extrem in Fragen der politischen Bildung nachlegen. Wobei unklar ist, ob ich in Anblick von PISA und Ähnlichem da nicht zu viel erwarte. Und was den Austausch von Argumenten anbelangt: vielleicht traut sich ja mal jemand aus meinem Umfeld, sich klar zur AfD zu positionieren. Dann wird man sehen.

    2. Spätestens seit 2017 bestimmen Höcke und Spießgesellen vollständig die Ausrichtung der Politsekte. Meuthen musste erkennen, dass es immer krasser ins Nationalistische ging und warnt seitdem vor der braunen Gefahr.. Höckes Ideologie hat sich seit 2012 nicht verändert. Lediglich setzt er konsequent auf Selbstverharmlosung. Und diese Strategie verfängt, wie ein paar Kommemntierende beweisen. Zum Glück stellen die weiterhin eine kleine Minderheit dar.

  6. Herr Rakow und Frau Jungvogel-Lauer haben recht, und der Zustand wird sich verfestigen. Für dieses Dilemma sind in erster Linie die bisherigen Parteien selbst verantwortlich. Solange die Brandmauer besteht, die von den Linken errichtet wurde, um die CDU zu binden, wird sich nichts ändern. Die CDU muss sich klar positionieren, doch dazu ist sie nicht in der Lage. Sie wird immer wieder nachgeben, und die roten Netzwerker werden weiterhin ungehindert arbeiten können.

    1. Hallo Frau Simon. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie richtig verstanden habe. Sie reden da irgendwas von Brandmauern oder linken Netzwerken. Also wenn Sie die Brandmauer abschaffen wollen, heißt das de facto Regierungsverantwortung für die AfD. Sie sollten sich wirklich mit deren Zielen mal vertraut machen. Vielleicht erhalten Sie ja dann eine Eingebung. Des Weiteren: Schuldfrage ist ein klassisch deutsches Thema. Und klar, die anderen Parteien sind schuld, wenn jemand sein Kreuz bei der AfD macht. Streng nach dem Motto: Mineralwasser schmeckt mir nicht mehr. Ich trinke jetzt Essig.
      Manchmal frag ich mich wirklich, wie lange Viele 4gewinnt weiter mit drei Steinchen spielen wollen.

  7. Sehr geehrter Herr Dr. Horn, sehr geehrter Herr Blank,

    ich möchte Sie anregen, sich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Vielleicht sind die Einschätzungen von nicht eindeutig konservativen Personen für Sie effektiver, um eine fundierte Beurteilung zu treffen; dennoch ist wahrscheinlich auch dies nicht ausreichend.

    https://www.youtube.com/watch?v=2W6MPf-ybPA

    https://www.lto.de/recht/meinung/m/vg-koeln-kippt-einstufung-der-afd-als-gesichert-rechtsextrem-wohldosiert-verfassungsefindlichkeit-verbotsfverfahren-afd

    Ich werde meine Meinung weiterhin kundtun. Sie können selbstverständlich jederzeit darauf antworten; es steht Ihnen frei. Schließlich leben und lieben wir unsere Meinungsfreiheit, unabhängig davon, ob wir links, rechts, liberal oder einer anderen Orientierung ausgehen. In meinem Beruf behandle ich jeden gleich und mache keine Unterschiede, wie es manch anderer tut.

    Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende mit vielen blauen Momenten am Himmel.

    1. Es geht doch nicht darum, ob irgendein wortgewandter Redner der blauen Sekte eine Legitimierung zuspricht. Martenstein liebt Polemik und berauscht sich, wie er selbst sagt, an seiner Sprache. Es geht ihm nicht um die Inhalte der AfD – die sind selbst ihm viel zu unappetitlich. Wem es um die Ziele der Neofaschisten geht, der muss sich Kubitschek, Landolf Ladig und Martin Sellner antun. Da landet man ganz schnell in reinster Neonazidiktion.
      Die Eilentscheidung des VG Köln spricht die „Alternative“ gerade NICHT von ihrer Verfassungsfeindlichkeit frei.
      Diese Dinge zu verstehen erfordert genaueres Hinsehen. Dazu sind sehr viele Menschen in Kirn (und anderswo) nicht bereit oder schlichtweg nicht in der Lage. Das bereitet den Nährboden für die Rückkehr des völkisch-nationalistischen Ungeists.
      Selbtsverharmlosung steht in den Strategiepapieren des braunen Thinktanks IfS ganz oben. Wie gruselig, dass dieses Konzept bei so vielen (frustrierten?) Menschen so einfach verfängt.

    2. Die Martenstein-Rede ist wirklich ein Highlight. Sollte man sich auf jeden Fall anhören. Nicht Pro-AfD, aber Pro-Demokratie – am Fallbeispiel AfD.

    3. Ach Frau Simon, ich hindere Sie doch nicht, Ihre Meinung kundzutun. Nur zu. Wenn Sie mir allerdings, beispielhaft, als Meinung verkaufen wollen, dass sich die Sonne um die Erde dreht, nun ja, dann kann ich nicht anders, als dies als Quatsch zu bezeichnen.
      Auch Ihnen ein schönes Wochenende.

  8. Analysieren wir die mutmaßlichen Wählerwanderungen in der Stadt Kirn bei der Landtagswahl, so ergibt sich SPD -15,2%, FDP -5,2% und dem gegenüber steht ein Plus bei der AFD von 21,3%!!
    Offensichtlich frühere liberale und mitte-links Wähler im Vergleich zur letzten Landtagswahl!! Der Trend ist allerdings nicht neu, sondern war im Kirner-Land schon bei der Kommunalwahl und der Bundestagswahl zu erkennen!!
    Den „blauen“ Peter nun pauschal auf einen plötzlich vom Himmel gefallenen, extremistischen Rechtsruck der Kirner Wählerschaft zu schieben ist allerdings nicht zielführend und kurzsichtig!! Politische Lösungsmodelle hätten schon längst die anderen Parteien generieren müssen um die Wählergunst zurückzugewinnen!! Hier besteht dringend Handlungsbedarf!!
    Ein Stück weit haben die kommunalen Ergebnisse natürlich auch immer landes-und bundespolitische Hintergründe!! Ein Armutszeugnis der „Etablierten“ ist doch das die AFD bundesweit, praktisch überhaupt keinen Wahlkampf führen muss und die anderen Parteien die Wählerwanderungen zum „Selbstläufer“ gemacht haben!!

  9. Was mich irritiert ist die völlige Ignoranz der „etablierten“ Parteien. Mit größter Beharrlichkeit pflegen sie weiter ihre inzwischen gescheiterte Haudrauf- und Brandmauer-Mentalität, statt endlich mal in einen argumentativen Wettbewerb zu treten. Und programmatisch? Bei Herrn Schweitzer habe ich nur gefühlige „unser Land“ und „unsere Demokratie“-Floskeln wahrgenommen. Herr Schnieder hat immerhin eine Handvoll sinnvolle, konstruktive und bürgernahe Vorschläge gemacht – was ihm sicher auch zum Wahlsieg verholfen hat. Nur: Das Misstrauen sitzt tief. Im Bund hat man gelernt, dass bei sehr vielen Aussagen der CDU ein „Nicht“ vorangestellt werden muss, um zu sehen, was man später bekommt. Also weichen die Menschen auf Alternativen (sic!) aus. Die vielen differenziert argumentierenden Beiträge in diesem Blog sind daher sehr zu begrüßen.

  10. Interessant die Kommentare zu lesen, eine Diskussion auf einem überwiegend guten Niveau. Aber es kann einem auch zu denken gegeben, wenn man meint , man sollte die AFD einbinden , um so den Wählern aufzuzeigen , dass diese Politsekte keine Lösungen für unsere Probleme bietet und um ihre wahre Gesinnung aufzuzeigen. Eine Legislaturperiode kann reichen um unser Land in eine neofaschistische Republik umzuwandeln . Beispiele gibt es ja zur Zeit genug. Ich glaube es stehen auch Unionspolitiker schon Gewehr bei Fuß ( z. B. Herr Weber der im Europaparlament die Brandmauer schon eingerissen hat.

    1. Hallo Rainer, nun ja, es bleibt oberflächliches Geplauder, solange sich Niemand als AfD Wähler outet. Erst dann müssten sich Diejenigen rechtfertigen, warum sie Offensichtliches ignorieren und sich hinter Plattitüden verstecken. Am Ende will es wieder niemand gewesen sein.

  11. Werte Diskussionsteilnehmer,
    jeder von uns benennt bei diesen Fakten einen Teil seiner Wirklichkeit. Als ehemalige Fachlehrer für Geschichte, Sozialkunde, Psychologie glaube ich davon zu wissen. Ich suche jedoch nach Lösungen, zumal die AfD in Umfragen auf gleicher Höhe wie die CDU/CSU liegt, die anderen Parteien sind „abgeschlagen“. Alte Gewohnheiten, so Lars Klingbein, müssen angegangen werden. Meinte er damit auch eine notwendige Föderalismus-
    reform, an der einige führenden Innenminister gescheitert sind? Updaten!!!
    Mein alter Bekannter, Paul Watzlawick, meine einst, notwendige Auseinandersetzungen um Standpunkte lassen sich nur „verstehen“, wenn man den Unterschied zwischen „verstehen“ und
    „Einverstandensein“ begreift. Es st notwendig, den anderen zu verstehen, aber nicht der gleichen Meinung zu sein! Herabwürdigen schafft Riesenkrach. Also suchen wir weiter nach Lösungen!

    1. @Herr Rakow Als ehemaligem Geschichtslehrer ist Ihnen vermutlich bekannt , dass 1930 Erwin Baum dachte, er könne durch eine rechtsbürgerlich-nationalsozialistische Koalition die NSDAP entzaubern. Binnen weniger Monate gestalteten die Nazis in Thüringen dann mittels Notverordnungen Polizei-, Schul- und Pressewesen in ihrem Sinne um.
      Der Frust über die prekäre Situation in den Kommunen (ihr häufig zitiertes Schlagloch in der Dhauner Straße kann da als Symbol herhalten) ist begründet und gleichzeitig brandgefährlich. Es gilt diesen ernst zunehmen und ehrlich zu sein.
      Zur Ehrlichkeit gehört aber auch, immer wieder klarzumachen, dass die Heilsversprechen von Rechtsaußen ein einziges Lügenpaket sind und schlechterdings allein auf gesellschaftliche Spaltung abzielen. Es geht denen überhaupt nicht, um eine Stärkung unserer liberalen Gesellschaft oder um das wirtschaftliche Wohlergehen abgehängter Gruppen, sondern einzig um die Lust an der Zerstörung all dessen, was gerne als „woke“ verunglimpft wird . Lesen Sie doch bitte nicht nur bei Ihrem „Freund“ Watzlawick, sondern mal bei Ladig (Höcke), Kubitschek oder Sellner.
      Möglicherweise können Sie sich ja über die zerstörerischen Intentionen der sogenannten Alternativen ein besseres Bild machen, wenn sie sich deren Strategien zur Verbreitung von Hass und Hetze auf Tiktok und X durch Personen wie Patrick Kollek genauer ansehen.

  12. Hallo Herr Rakow. Nun ja, „verstehen“. Das ist so eine Sache. Ich habe diverse Studien gelesen, die das Wählerverhalten zu erklären versuchten. Letzten Endes bleibt es für mich beim Versuch. Nehmen wir doch mal die Fakten, die Führungselemente der AfD schaffen wollen. Da wäre schon mal die Aufkündigung des Medienstaatsvertrags. Also Gleichschaltung der Medien. Dann weiter die Ausdünnung der Parteienlandschaft. Also Gleichschaltung der Parteien. Zudem gravierende Eingriffe in die Lehrpläne der Schulen, insbesondere hinsichtlich Geschichte und Biologie. Nun, Sie als Historiker werden die Parallelen zu 1933 erkennen. Wer von den Wählern dies nicht weiß, der ist unzureichend informiert oder gebildet. Da hilft ggf. Nachhilfe. Wer das weiß und einfach ignoriert, der ist informiert und wahrscheinlich dumm. Eine Einschätzung, die ich mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler teile. Wer dies alles nicht weiß, dem es egal ist und trotzdem meint, es besser zu wissen, nun ja. All solchen Menschen möchte ich nicht mein Schicksal anvertrauen. Dagegen werde ich mich mit allen Mittel wehren. Finden Sie das undemokratisch? Vielleicht brauchen wir kurzfristig ein gewisses Maß an Undemokratie, um die Demokratie zu schützen und zu bewahren.

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