Wenn Dorfkneipe und Krankenhaus zusammengehören

An einer Laterne in Kirn hängt unten ein Wahlplakat der SPD mit Alexander Schweitzer. Darauf steht groß: „Unsere Dorfkneipen erhalten!“ Direkt darüber wirbt ein weiteres Plakat: „Wir sind dafür – Pro Kirner Krankenhaus“. Zufall? Wohl kaum. Wer genauer hinschaut, erkennt darin den vermutlich am besten durchdachten Versorgungskreislauf der Regionalpolitik. Die Logik dahinter ist bestechend einfach: Zuerst sorgt die Dorfkneipe dafür, dass sich die Menschen treffen, diskutieren, Karten spielen und beim dritten „letzten Bier“ noch einmal gründlich die Weltpolitik ordnen. Sie stärkt den Zusammenhalt, pflegt die Tradition und sorgt dafür, dass niemand allein über die großen Fragen des Lebens nachdenken muss. Und falls im Laufe eines besonders engagierten Stammtischabends doch einmal jemand über einen Barhocker stolpert, sich beim Skat zu sehr aufregt oder beim Heimweg die Bordsteinkante unterschätzt, dann ist zum Glück auch gleich das Krankenhaus eingeplant. So betrachtet zeigen die beiden Plakate eigentlich zwei Seiten derselben kommunalen Fürsorge. Die Kneipe kümmert sich um das gesellschaftliche Wohlbefinden, das Krankenhaus um die medizinischen Begleiterscheinungen dieses Wohlbefindens. Man könnte fast meinen, die Laterne präsentiere hier das vollständige Dorfprogramm: Erst Stammtisch, dann Krankenhaus.

One thought on “Wenn Dorfkneipe und Krankenhaus zusammengehören

  1. Welche Dorfkneipen meint er eigentlich ? Diese sind doch in den letzten 35 Jahren alle dicht gemacht worden. Zu viele Auflage, Kosten… Wer war dafür wohl verantwortlich ?

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