Keine Nachfolge für Dr. med Becker in Sicht – KV nennt Mainz als Alternative

Im Kirner Land schreibt die medizinische Versorgung gerade ein weiteres Kapitel. Die Praxis von Dr. Becker in Simmertal steht vor dem Aus, eine Nachfolge ist bislang nicht bekannt. Die Ortsgemeinde bemüht sich um eine Lösung – doch für viele Patienten stellt sich schon jetzt eine ganz praktische Frage: Wohin jetzt? Der Versuch, einfach zu einer anderen Hausarztpraxis zu wechseln, endet offenbar häufig mit dem gleichen Satz: „Wir haben derzeit keine Kapazitäten frei.“ Das ist kein Vorwurf an die Praxen – im Gegenteil. Viele arbeiten seit Jahren am Limit. Die aktuelle Erkältungswelle tut ihr Übriges. Ein Patient wandte sich nach eigenen Angaben an die Kassenärztliche Vereinigung (KV), um Unterstützung bei der Suche zu erhalten. Dort sei ihm telefonisch mitgeteilt worden, dass es in Mainz noch Praxen gebe, die Patienten aufnehmen. Rein formal ist das eine Information.

Praktisch bedeutet es für Menschen aus dem Kirner Land allerdings eine Anfahrt von rund einer Stunde – je nach Verkehr. Ist das die Zukunft für Patienten? Natürlich kann niemand erwarten, dass sich Ärzte auf Knopfdruck niederlassen. Und selbstverständlich kann auch die KV nur auf vorhandene Kapazitäten verweisen. Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack: Wer auf dem Land lebt, genießt viele Vorteile – aber wenn es um medizinische Versorgung geht, werden Entfernungen schnell sehr konkret. Das Problem liegt nicht bei einzelnen Personen, sondern im System. Solange es für Hausärzte unattraktiv bleibt, Praxen im ländlichen Raum zu übernehmen, wird sich die Situation kaum entspannen. Für die Patienten heißt das bis dahin vor allem eines: Geduld – und möglichst robuste Gesundheit.