Das Wichtigste vorneweg: Kurz vor dem Wahltag haben sich inzwischen Vertreter aller Parteien in Gesprächen mit der Bürgerinitiative Kirner Krankenhaus zur Zukunft der medizinischen Versorgung in Kirn positioniert. Dabei zeigt sich ein klares gemeinsames Signal: Das kleine Krankenhaus am Rande der Stadt muss als Anlaufstelle für die Bevölkerung erhalten bleiben. In den Gesprächen mit zwei Vertretern der Bürgerinitiative wurde deutlich, dass es parteiübergreifend Einigkeit über die Bedeutung einer wohnortnahen medizinischen Versorgung gibt. Unterschiede bestehen jedoch teilweise bei der Frage, wie diese konkret organisiert werden soll und welche strukturelle Ausrichtung ein zukünftiger Standort haben müsste. Während über Herangehensweise und mögliche Modelle diskutiert wird, herrscht breiter Konsens darüber, dass Kirn weiterhin ein zentraler Standort der Gesundheitsversorgung für die Region bleiben muss.
Die Bürgerinitiative weist zugleich darauf hin, dass solche Bekenntnisse traditionell häufig vor Wahlen formuliert werden. Die tatsächliche Umsetzung politischer Zusagen müsse sich jedoch erst nach der Wahl beweisen. Im Rahmen dieser Gesprächsreihe trafen sich Vertreter der Bürgerinitiative gestern auch mit dem AfD-Kandidaten Jürgen Klein. Anlass des Treffens war ein Besuch der Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst, die angekündigt hat, eine Kleine Anfrage im Bundestag stellen zu wollen. Dabei sollen unter anderem Fragen rund um das Landestransparenzgesetz sowie die Situation der medizinischen Versorgung in der Region thematisiert werden.
Nach Einschätzung von Klein steht auch das Innenministerium in der Verantwortung, wenn es um die Sicherstellung der Notfallversorgung geht. Die mobile Notversorgung – etwa durch Rettungswagen, Notärzte oder Rettungshubschrauber – falle in diesen Zuständigkeitsbereich. Dort, wo Krankenhäuser nicht innerhalb der vorgesehenen 30-Minuten-Erreichbarkeit liegen, müsse aus seiner Sicht eine entsprechende Infrastruktur vor Ort geschaffen werden. Kirn habe als untergeordnetes Mittelzentrum eine besondere Rolle für die Versorgung der Region. Deshalb müsse sich die Stadt nach seiner Auffassung weiterhin für eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung einsetzen, die möglichst nahe an einem Krankenhausniveau liege. Die Bürgerinitiative Kirner Krankenhaus wird ihre Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern fortsetzen und erwartet, dass den öffentlichen Bekenntnissen zur medizinischen Versorgung der Region auch konkrete politische Schritte folgen.




