In der Zeitung stand es: Am Bahnhalt Hochstetten/Nahe entsteht keine gewöhnliche Fahrradgarage – hier wird die Business-Class fürs Rad gebaut. Woran man das erkennt? Nun, allein 136.495 Euro Förderung – wohlgemerkt nur der Zuschuss von Bahn, Bund oder Land – lassen erahnen, dass es mit ein paar simplen Anlehnbügeln nicht getan ist. Stattdessen darf man Doppelstockparker mit Hydraulik erwarten, damit selbst das Pedelec würdevoll Platz findet. Natürlich wird auch an Elektromobilität gedacht: E-Bike-Ladestationen mit Solardach, dazu ein Smart-Lock-System, das vermutlich mehr Sicherheit bietet als manches Bankschließfach. Für Stimmung sorgen LED-Leuchten, die den Stellplatz in zartes Morgenlicht oder dramatisches Abendrot tauchen. Und falls doch einmal eine Schraube locker sitzt, wartet eine kleine Werkstattecke mit Luftpumpe und Inbusschlüsseln.
Anderswo längst Standard – an der Nahe eine Premiere. Vielleicht ergänzt um einen Bildschirm mit Zugabfahrten, oder ehrlicherweise gleich mit dem Hinweis auf die nächste Verspätung. Kurzum: Hier wird geklotzt, nicht gekleckert. Wer sein Rad in Hochstetten abstellt, gönnt ihm wahrscheinlich einen Wellness-Aufenthalt der Extraklasse. Der Blog wird den Service, sobald er verfügbar ist, natürlich testen – einfach, weil es dem Rad gut tun soll. Nicht falsch verstehen: Eine Fahrradgarage ist richtig und wichtig. Aber der Preis verschlägt einem den Atem. Der Eigenanteil kommt ja noch dazu – ein paar Tausender, mit denen andere schon mehr als den Grundstock fürs Eigenheim legen. Keine Frage, da kann Kirn nur neidisch schauen. Auch dort soll ein Unterstand entstehen – allerdings im Standard-Format am Bahnsteig. Bleibt die Frage: Wie viele Fahrräder sollen in Hochstetten überhaupt Platz finden? Und wird das Komfort-Häuschen auch rege genutzt? Hoffentlich so sehr, dass sich die Investition am Ende rechtfertigt – und die Hochstettener stolz darauf blicken, statt nur den Kopf zu schütteln.




