Netto schafft Fakten in Simmertal – und sorgt zumindest ökologisch für Stirnrunzeln

Netto macht Ernst: Das Gelände in Simmertal neben dem Markt ist bereits aufgeschottert und eingeebnet. Dort soll in Kürze ein Zelt entstehen, in dem der Verkauf während des kompletten Neubaus weiterläuft. Die Fläche wirkt großzügig – vieles spricht dafür, dass das Sortiment weitgehend erhalten bleibt. Einkaufen unter Planen wird damit zur neuen Realität in Simmertal. Doch bei aller Pragmatik wirft das Vorgehen Fragen auf. Ausgerechnet die Tiefbaufirma Jochum direkt gegenüber bekam nicht den Auftrag für die Arbeiten. Stattdessen rollten Bagger und schweres Gerät aus größerer Entfernung an. Kurze Wege? Fehlanzeige. Nachhaltigkeit? Zumindest diskutabel. In Zeiten, in denen überall von Klimaschutz und regionalem Wirtschaften die Rede ist, wirkt das wie aus der Zeit gefallen. Klar ist: Die Zeltlösung kostet. Organisation, Logistik, Infrastruktur – all das dürfte für Netto Marken-Discount kein kleines Unterfangen sein. Doch der Discounter nimmt das offenbar bewusst in Kauf. Der Grund liegt auf der Hand: Die Kundschaft soll gehalten werden, die Frequenz nicht abreißen. Und genau hier zeigt sich die eigentliche Bedeutung des Standorts. Dass die Filiale zu den stärksten im Land zählt, ist längst kein Geheimnis mehr. Der Aufwand ist hoch – aber offenbar lohnt er sich. Oder anders gesagt: Wer so viel investiert, hat gute Gründe dafür.