Lieber Markus Stein, ehrlich gesagt frage ich mich, was man in der Politik eigentlich rauchen muss, um den Abbau eines Krankenhauses ernsthaft als Erfolg zu verkaufen. Das Kirner Krankenhaus wird nicht „gerettet“. Es wird reduziert, umgebaut und mit dem schönen neuen Etikett „Regioklinik“ versehen. Aus einem Krankenhaus wird ein eingeschränkter Rest dessen, was einmal vorhanden war – und Sie stehen da und feiern das in einer Pressemeldung als Erfolg. Ganz ehrlich: Weniger Krankenhaus bleibt weniger Krankenhaus. Man kann das Ganze natürlich in politische Nebelkerzen einpacken und von „Vernetzung“, „regionalen Versorgungsstrukturen“ und „Kooperationen“ sprechen. Klingt alles wunderbar. Die entscheidende Frage ist aber: Was haben die Menschen in Kirn und der Region künftig nicht mehr vor Ort, was sie heute noch haben? Und wie lange wird es dauern, bis weitere Leistungen zur Disposition stehen?
Denn genau das ist der Punkt: Wenn Leistungen wegfallen, dann ist das kein Fortschritt. Das ist Zentralisierung. Und für die Menschen vor Ort ein klarer Verlust. Niemand bestreitet, dass es besser ist, eine Regioklinik zu behalten als gar nichts. Aber das macht aus dem Verlust eines vollwertigen Krankenhauses noch lange keinen Erfolg, den Sie uns zu verkaufen versuchen. Wollen Sie den Menschen tatsächlich vermitteln, dass eine Reduzierung des Krankenhauses eine Verbesserung sei? Ein Abstieg bleibt ein Abstieg. Ich würde mir wünschen, dass Sie den Menschen ehrlich sagen, was passiert: Das Kirner Krankenhaus bleibt nicht erhalten, wie es war. Das Haus verliert seinen Status. Und das darf man dann auch so nennen. Krankenhausabbau als Erfolgsmeldung zu verkaufen, ist keine gute Politik. Es ist politische Realitätsvernebelung.




