Kirn erlebte gestern eine Zäsur: Aus dem Krankenhaus soll eine Regioklinik werden. Heute dann die Antwort der Kirner Bevölkerung und die aus der Region – und die fiel deutlich aus. Rund 300 Menschen versammelten sich auf dem Vorplatz des Krankenhauses, um gegen den Plan von Gesundheitsminister Clemens Hoch Flagge zu zeigen. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen für den Erhalt des Kirner Krankenhauses als Krankenhaus kämpfen. Die Stimmung war kämpferisch, die Verärgerung groß. Besonders deutlich wurde das mit Blick auf diejenigen, von denen sich viele Demonstranten eigentlich Antworten erhofft hatten. Von der Diakonie war niemand zu sehen. Kein Vertreter des Trägers stellte sich der Menge. Kein Verantwortlicher erklärte, wie es mit dem Standort Kirn unter dem neuen Modell konkret weitergehen soll. Statt Antworten: Schweigen. Die Diakonie hat ausgerechnet an diesem Tag gekniffen.
Auch aus Mainz blieb die erhoffte politische Unterstützung weitgehend aus. Vertreter der SPD waren ebenso wenig vor Ort wie die Grünen oder die CDU. Weder Denis Alt noch Markus Stein ließen sich blicken. Als einziger Landtagsabgeordneter zeigte sich Jürgen Klein von der AfD solidarisch mit den Demonstranten. Auch Landrätin Bettina Dickes stand an diesem Tag nicht an der Seite der Kirner. Das fast geschlossene Fernbleiben stieß auch dem Podium bitter auf. Dafür ergriffen andere das Wort. Thomas Bursian von FDP/BI, VG-Bürgermeister Thomas Jung und Stadtbürgermeister Frank Ensminger stellten sich vor die Menschen und machten deutlich, dass auch sie die derzeitige Situation zwischen Hoffen und Bangen nicht einfach hinnehmen wollen. Wie verändern sich die Strukturen, was wird mit dem Personal? Fragen über Fragen und keine Antworten.Es herrscht Unsicherheit und Unzufriedenheit. Derweil drehte der SWR fleißig seine Bilder.
Und die Demonstranten? Die machten ihrem Ärger über die Mainzer Entscheidung und insbesondere über die sogenannte „Mainzer Depesche“ von Gesundheitsminister Clemens Hoch und dem Verhalten der Diakonie lautstark Luft. Was heute in Kirn zu sehen war, war deshalb mehr als nur eine Demonstration. Es war ein deutliches Signal an Politik und Diakonie: Die Menschen vor Ort wollen nicht einfach hinnehmen, dass ihr Krankenhaus Stück für Stück verschwindet. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wie geht das Ganze aus? Wird aus der Regioklinik tatsächlich ein zukunftsfähiges medizinisches Zentrum für die Region – oder ist sie nur der nächste Schritt auf dem Weg zum endgültigen Verlust des Kirner Krankenhauses? Die Menschen haben heute jedenfalls gezeigt, dass sie genau hinsehen werden.





