Kostenfalle Gärtanks: Eine gute Idee – zerplatzt wie eine Seifenblase

Es war eine gute Idee. Nachhaltig, kreativ und auf den ersten Blick geradezu genial: Ausgediente Gärtanks der Kirner Privatbrauerei sollten zu Löschwasserreservoirs für die Wälder im Kirner Land werden. Im Freudentaumel wurde das Projekt vorgestellt und gefeiert. Verwaltung kann kreativ und schnell, hieß es damals sinngemäß. Zehn Monate später ist von diesem Schwung wenig übrig. Die fünf Gärtanks lagern seither auf dem Gelände einer Spedition in Kirn-Sulzbach. Einen Schritt weiter ist das Projekt offenbar nicht gekommen. Im Gegenteil: Die Verbandsgemeinde hat inzwischen die Reißleine gezogen und bereitet den Ausstieg vor.

Der bisherige Lagerplatz wurde gekündigt. Um die monatlichen Pachtkosten von 1.800 Euro loszuwerden, sollen die Tanks nun nach Simmertal auf das Gelände der Kläranlage transportiert werden. Doch auch das ist natürlich nicht kostenlos. Der Transport muss organisiert und bezahlt werden – und billig dürfte er angesichts der Größe der Behälter kaum werden. Damit wird aus dem ursprünglichen Spar- und Nachhaltigkeitsgedanken endgültig ein kostspieliges Kapitel. Auch die Weiterverwertung gestaltet sich offenbar schwieriger als gedacht. Einen neuen Abnehmer für die Tanks zu finden, ist keine einfache Aufgabe. Offenkundig sind die Behälter selbst geschenkt noch zu teuer – zumindest dann, wenn man Transport, Umbau, Aufstellung und Nutzung mitrechnen muss.

Rund 18.000 Euro Lagerkosten sind inzwischen aufgelaufen. Falls auch der September noch bezahlt werden muss, nähert sich die Summe der 20.000-Euro-Marke. Hinzu kommen nun erneut Transportkosten. Das Ganze entwickelt sich damit zu einem Flop – zu einem teuren Flop. Fest steht: So, wie ursprünglich geplant, können die Tanks als Löschwasserreservoirs in den Wäldern des Kirner Landes nicht genutzt werden. Die Idee war gut gemeint. Aber sie war offenbar nicht zu Ende gedacht. Und genau darin liegt die Lehre aus diesem Projekt: Begeisterung für eine gute Idee kann hilfreich sein. Sie ersetzt aber keine gründliche Prüfung der Umsetzung. Bevor Tanks transportiert, gelagert und mit öffentlichen Mitteln umgebaut werden, muss geklärt sein, wo sie stehen, wie sie betrieben werden und ob das Ganze technisch, rechtlich und wirtschaftlich überhaupt funktioniert.

Das ist nun nicht mehr zu ändern. Die Kosten sind entstanden, die Tanks stehen da, und ein neuer Transport kommt hinzu. Ärgerlich ist es trotzdem. Am Ende bleibt von der einst gefeierten kreativen Lösung vor allem eine Rechnung. Oder mehrere. Die Gärtanks sollten einmal für den Ernstfall Wasser liefern. Zehn Monate später liefern sie vor allem eins: Kosten.