Private Initiative der Musikschule Albrecht: Spraydosen statt grauer Wände – wäre das nicht auch etwas für Kirn?

Es muss nicht immer Fußball, Feuerwehr oder Vereinsfest sein, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen etwas zu bieten. Manchmal reichen ein paar Spraydosen, eine gute Idee und eine geeignete Wand. Das hat jetzt ein Graffiti-Workshop im Garten der Musikschule Albrecht in Monzingen gezeigt. Rund zehn junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von zehn bis 13 Jahren durften sich unter fachkundiger Anleitung in der Graffiti- und Mural-Kunst ausprobieren (Foto: Christoph Albrecht). Bunte Farben, kreative Ideen und jede Menge Begeisterung prägten den besonderen Workshop, der durch eine private Initiative der Musikschule ermöglicht wurde. Niklas Wida, der seit mehr als zehn Jahren mit Graffiti arbeitet und inzwischen auch beruflich in diesem Bereich tätig ist, zeigte den Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern, wie aus einer zunächst unscheinbaren Fläche ein buntes und kreatives Kunstwerk entstehen kann.

Die Begeisterung war offenbar groß. Und das ist vielleicht die eigentliche Botschaft eines solchen Workshops: Jugendliche bekommen die Möglichkeit, sich auszuprobieren, eigene Ideen umzusetzen und dabei ganz legal eine Spraydose in die Hand zu nehmen. Das Ergebnis kann sich im besten Fall nicht nur sehen lassen, sondern verschönert sogar noch die Umgebung. Und da darf man ruhig einmal über den Tellerrand nach Kirn schauen. Vielleicht gibt es ja irgendwo in der Stadt eine Mauer, die seit Jahren eher den Charme einer vergessenen Betonfläche versprüht und dringend etwas Farbe vertragen könnte. Eine Fläche, bei der man sich fragt, warum sie eigentlich noch immer so aussieht, wie sie aussieht.

Statt über graue Wände zu meckern, könnte man sie von jungen Leuten gestalten lassen. Mit professioneller Begleitung, einem vernünftigen Konzept und natürlich einer Fläche, auf der das Sprayen ausdrücklich erlaubt ist. Das hätte gleich mehrere Vorteile: Die Jugendlichen können kreativ werden, die Stadt bekommt vielleicht einen Hingucker und aus einer tristen Wand könnte ein kleines Stück Jugendkultur entstehen. Und wer weiß: Vielleicht müsste man dann irgendwann sogar aufpassen, dass die Leute nicht anhalten, um ein Foto von einer Kirner Mauer zu machen. Das wäre doch mal ein Problem, mit dem man leben könnte. Also, liebe Verantwortliche in Kirn: Gibt es eine geeignete Wand? Und falls nicht – vielleicht wäre es ja an der Zeit, eine zu finden.

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