Es klang alles so einfach: Fünf ausgemusterte Edelstahltanks einer Brauerei, eigentlich zu schade für den Schrott, sollten im Wald rund um Kirn ein neues Leben beginnen – als Löschwasserreservoirs für den Brandschutz. Die Idee wirkte pragmatisch und schnell umsetzbar: Feuerwehr, Forst, Betriebe und Verwaltung zogen an einem Strang, die Abstimmungen schienen überschaubar, als Zielmarke wurde der Sommer 2026 genannt. Doch während damals von einer zügigen Realisierung die Rede war, befindet sich das Vorhaben heute weiterhin in einer Zwischenphase zwischen Planung und Umsetzung. Die Tanks sind zwar vorhanden, stehen jedoch noch immer nicht an den vorgesehenen Standorten im Wald, sondern weiterhin in einem Zwischenlager. Dabei war die Zielsetzung eindeutig formuliert: „Bis Sommer 2026 sollen alle fünf Speicher betriebsbereit, beschildert und für Einsatzfahrzeuge anfahrbar sein.“ Ob dieser Zeitplan noch eingehalten werden kann, erscheint inzwischen zumindest fraglich.
Besonders in den Fokus rückt dabei die Frage der Lagerung. Nach vorliegenden Informationen sind mittlerweile Lagerkosten von mehr als 10.000 Euro angefallen – Tendenz steigend. Warum die Tanks nicht vorübergehend auf eigenen Flächen der Kommunen oder der Verbandsgemeinde untergebracht wurden, ist bislang nicht bekannt. Mögliche Standorte hätte es zumindest gegeben, etwa auf Betriebshöfen, an Kläranlagen, Bauhöfen oder anderen kommunalen Freiflächen. Stattdessen entstehen Monat für Monat weitere Kosten, obwohl die Tanks ihrem eigentlichen Einsatzzweck bislang nicht nähergekommen sind. Damit stellt sich zwangsläufig auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Jeder weitere Monat der Zwischenlagerung verursacht zusätzliche Ausgaben. Sollte das Projekt letztlich nicht oder nur teilweise umgesetzt werden und die Kosten nicht durch Fördermittel oder andere Zuwendungen gedeckt sein, wären die bislang aufgelaufenen Lagerkosten möglicherweise vergeblich aufgewendet worden. Angesichts der Tatsache, dass die endgültige Entscheidung über die weitere Umsetzung weiterhin aussteht, lässt sich ein solches Szenario zumindest nicht vollständig ausschließen.
Offiziell ist das Projekt allerdings keineswegs beendet. Die Verbandsgemeindeverwaltung teilt mit, dass die vorgesehenen Standorte grundsätzlich festgelegt worden seien. Nachdem entschieden worden sei, sämtliche fünf Tanks ausschließlich in Gemeindewäldern und nicht mehr im Staatswald zu errichten, habe die Verwaltung die weitere Projektbearbeitung vollständig übernommen. In diesem Zusammenhang sei eine umfassende technische und baurechtliche Prüfung des Vorhabens eingeleitet worden. Von einer konkreten Umsetzung kann jedoch weiterhin keine Rede sein. Auf Nachfrage erklärt die Verwaltung: „Nein. Die Tanks wurden bislang nicht an ihre endgültigen Standorte verbracht beziehungsweise aufgestellt.“ Weiter heißt es: „Zunächst bleibt die abschließende Entscheidung über die weitere Umsetzung der Maßnahme abzuwarten.“
Diese Formulierung lässt aufhorchen. Noch vor wenigen Monaten war von einer Umsetzung bis Sommer 2026 die Rede. Nun steht zunächst die grundsätzliche Entscheidung über die weitere Durchführung des Projekts aus. Ob es sich dabei lediglich um einen formalen Verfahrensschritt handelt oder ob inzwischen auch alternative Szenarien bis hin zu einer Nichtumsetzung geprüft werden, bleibt offen. Die Verwaltung äußert sich hierzu bislang nicht näher. Zwischen all diesen offenen Punkten stehen am Ende fünf große Behälter und warten auf ihren Einsatz. Die Idee ist im Wald längst angekommen – die Tanks noch nicht. Und je länger die Entscheidung aussteht, desto lauter wird die Frage, ob sie überhaupt noch aufgestellt werden.
Fest steht bislang nur: Die Lagerkosten laufen weiter, während die Zukunft des Projekts ungeklärt bleibt. So wird das Vorhaben vorerst zu einem Beispiel dafür, wie eine zunächst unkompliziert wirkende Lösung in der Praxis an den Anforderungen von Planung, Genehmigung und Verwaltung hängen bleiben kann. Der „Öffentliche Anzeiger“ erhielt eine ausführlich Pressemitteilung zu Wochenbeginn, die „Kirner-Land-Nachrichten“ hingegen nur zwei Sätze, obwohl dort zuvor zum Thema angefragt worden war. Zwischen all den offenen Punkten stehen am Ende fünf große Behälter und warten auf ihren Einsatz. Die Idee ist im Wald längst angekommen – die Tanks dagegen noch nicht. Und je länger die Entscheidung auf sich warten lässt, desto lauter wird die Frage, ob sie überhaupt noch aufgestellt werden. Fest steht bislang nur: Die Lagerkosten laufen weiter, während die Zukunft des Projekts ungeklärt bleibt. Doch das scheint niemanden zu stören – die VG wird es schon bezahlen. So bleibt das Vorhaben vorerst ein Beispiel dafür, wie eine zunächst unkompliziert wirkende Lösung in der Praxis an Planung, Genehmigungen und Verwaltungsabläufen hängen bleiben kann.




