Frankfurt, DFB-Campus. Jürgen Klopp hat zum ersten Mal als Bundestrainer zum großen Journalisten-Aufmarsch geladen. Kameras, Mikrofone, Notizblöcke – und mittendrin: Roman Gerth, Journalist für das RedaktionsNetzwerk Deutschland und gebürtig aus dem Kirner Land. Gerth hatte da eine Frage im Gepäck, die es in sich hatte: die Nations League. Klopp hatte diesen Wettbewerb in seiner Zeit als Trainer des FC Liverpool bekanntlich nicht gerade zu seinen Lieblingsveranstaltungen gezählt. Und nun sitzt er als Bundestrainer da – und plötzlich gehört genau diese Nations League zum neuen Job. Also fragt Gerth nach. Und man konnte förmlich sehen, wie die Frage bei Klopp ankam. Ein kurzer Moment, ein Gesichtsausdruck irgendwo zwischen „Das musste jetzt ja kommen“ und „Da hat er mich erwischt“. Seine Gesichtszüge – siehe Foto oben – verrieten jedenfalls mehr, als ihm vielleicht lieb war.
„Es gibt vieles in meinem Leben, was ich mal gesagt habe“, ließ Klopp wissen. Früher habe er die Nations League nicht so dolle gefunden, heute sei er froh, dass man diese Spiele habe. Eine gute Frage von Roman Gerth – und eine ebenso gute Antwort von Klopp. Schließlich darf sich die eigene Sichtweise ändern, wenn sich die Perspektive ändert. Aber trotzdem: Diese Gesichtszüge! Für einen kurzen Augenblick sah es fast so aus, als würde Kloppo überlegen, ob man als Bundestrainer eine Pressekonferenz auch einfach mit einem schnellen Konter verlassen kann. Natürlich ist das nur eine augenzwinkernde Interpretation. Aber bei Jürgen Klopp spricht eben nicht nur der Mund. Manchmal übernimmt auch die Stirn die Pressearbeit. Gerth hatte offenbar einen kleinen Volltreffer gelandet. Und Kloppo? Der hat gezeigt, dass man seine Meinung ändern darf. Nur das Gesicht – das hätte vielleicht noch etwas besser mitspielen können.




