Wer sich schon immer gefragt hat, was es mit der auffälligen Leiterkonstruktion an der Bahn-Mauer zwischen Hochstetten und Kirn in Höhe des ehemaligen Wertstoffhofes auf sich hat, bekommt jetzt die Antwort. Die aus verzinktem Eisen gefertigte Konstruktion führt hinunter zum Mauersockel an der Nahe. Dabei handelt es sich keineswegs um einen ungewöhnlichen Zugang oder einen vergessenen Weg. Die Leiter hat eine ganz konkrete Funktion: Am Fuß der Mauer befinden sich Messpunkte der Deutschen Bahn. Nach Angaben eines LBM-Streckenkontrolleurs gibt es entlang der Bahnstrecke in größeren Abständen weitere solcher Messstellen. Sie dienen dazu, die Stabilität des Gleisbetts und mögliche Veränderungen des Geländes zu überprüfen.
Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit. Der Hang an diesem Streckenabschnitt geriet einst ins Rutschen und verformte die Bahntrasse derart, dass sich die Fahrbahn wellenförmig zeigte. Mit großem Aufwand musste der Hang schließlich stabilisiert und zum Stillstand gebracht werden. Ganz aus den Augen lässt die Bahn den Bereich deshalb nicht. In regelmäßigen Abständen werden die Messpunkte kontrolliert und mögliche Verwerfungen beziehungsweise Bewegungen des Untergrunds erfasst. So lässt sich feststellen, ob sich an dem sensiblen Streckenabschnitt erneut Veränderungen ergeben. Auch die Leiter an der Mauer hat damit ihren Zweck erfüllt: Sie ermöglicht den Mitarbeitern den Zugang zu den Messpunkten zu internen Zwecken – und sorgt dafür, dass die Bahn den Untergrund dort weiterhin genau im Blick behalten kann. Das Rätsel um die herausschauende Leiterspitze dürfte damit wohl gelöst sein.




