Mitten im August beginnt der „Notherbst“ im Kirner Land

Es ist August. Eigentlich die Zeit, in der der Wald in sattem Grün stehen sollte. Doch wer derzeit am Steinbruchhang hinaufschaut oder den Blick hinüber zum Hellberg schweifen lässt, sieht ein anderes Bild. Gelb. Braun. Fahl. Man könnte meinen, wir seien schon Ende September oder im Oktober angekommen. Doch diese Verfärbung hat wenig mit einem gesunden, schönen Herbst zu tun. Es sind keine leuchtenden Herbstfarben. Vieles sieht trocken aus. Verbrannt beinahe. Der Wald trägt die Spuren der vergangenen Wochen mit Hitze und Trockenheit. Was wir beobachten, bezeichnen Fachleute teilweise als eine Art „Notherbst“. Den Bäumen fehlt das Wasser. Sie geraten unter Stress, die Blätter verdunsten bei der Hitze Feuchtigkeit, die Wurzeln können aus dem ausgetrockneten Boden aber nicht mehr genügend Wasser nachliefern. Manche Bäume reagieren, indem sie ihre Blätter frühzeitig abwerfen. Ein Überlebensversuch. Weniger Blätter bedeuten weniger Verdunstung. Andere schaffen diesen Schutzmechanismus offenbar nicht mehr rechtzeitig. Ihre Blätter werden braun und sterben ab. Besonders sonnige und exponierte Lagen trifft es hart – und genau dort lässt sich das Phänomen derzeit auch bei uns erschreckend gut beobachten. Die große Frage ist: Erholt sich die Natur im nächsten Jahr wieder vollumfänglich? Wir werden sehen.

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