Im Rheingau begeistert seit Jahren ein Fotograf mit ebenso verrückten wie genialen Bildideen. Während andere Kollegen Burgen, Weinberge oder romantische Sonnenuntergänge am Rhein fotografieren, setzt er immer wieder ein ganz besonderes Modell in Szene: Godzilla. Niemand weiß genau, wie diese außergewöhnliche Zusammenarbeit zwischen dem berühmten Reptil und dem kreativen Kopf zustande gekommen ist. Manche vermuten einen geheimen Vertrag, andere eine gemeinsame Leidenschaft für außergewöhnliche Kunstprojekte. Sein neuestes Werk sorgte jedenfalls für großes Aufsehen: Godzilla steht am Rheinufer und hält eine riesige Gießkanne in den Pranken. Mit stoischer Miene versucht er offenbar, den Rhein wieder ordentlich aufzufüllen. Ein Motiv, das irgendwo zwischen Größenwahn, Klimakommentar und rheinischem Pragmatismus angesiedelt ist.
Doch nachdem Godzilla sein Werk betrachtet hatte, stellte sich für ihn eine entscheidende Frage: Warum eigentlich nur den Rhein? Schließlich gibt es da noch die Nahe. Also machte sich das Reptil auf den Weg in Richtung Hochstädten. Dort präsentiert sich das natürliche Flussbett inzwischen vielerorts so trocken, dass man beinahe versucht ist, einen Liegestuhl hineinzustellen. Lediglich durch den Seitenarm fließt noch Wasser. Für Godzilla war damit klar: Hier wird dringend eine Gießkanne gebraucht. Nun bleibt nur noch die spannende Frage, ob die XXL-Gießkanne tatsächlich für eine Normalisierung des Wasserstands sorgen kann – oder ob Godzilla am Ende feststellen muss, dass selbst seine Pranken größer sind als die Wassermenge, die in der Nahe noch übrig ist. Vielleicht sollte er vorsichtshalber gleich zwei Gießkannen mitbringen.




