Letzte Woche Zeitung gelesen? Der Stadtrat hat den Haushalt 2026 der Stadt Kirn einstimmig verabschiedet. Das Defizit beträgt lediglich 1,37 Millionen Euro – also praktisch nur eine kleine Delle im kommunalen Eisberg. Um die Lage zu stabilisieren, wird die Grundsteuer B erneut erhöht. Die Bürger dürfen damit einmal mehr beweisen, dass ihre Belastbarkeit nahezu grenzenlos ist. Besonders bemerkenswert: Die parteiübergreifende Analyse fiel gemäß Zitatensammlung erstaunlich einheitlich aus. Zu viele Aufgaben, zu wenig Geld und immer mehr Bürokratie. Mit anderen Worten: Die Kommunen sollen schwimmen lernen, während ihnen gleichzeitig Gewichte an die Füße gebunden werden. Die CDU hat bei der Landtagswahl versprochen, die Kommunen nach Jahrzehnten der SPD-Regierungen finanziell besser auszustatten.
Ein ambitioniertes Versprechen – und für Städte wie Kirn längst keine politische Kür mehr, sondern Pflichtprogramm. Denn die Finanzlage der Stadt ist nicht erst seit gestern angespannt. Die treffendste Beschreibung der Situation lieferte wohl CDU-Ratsmitglied Manfred Kuhn selbst: „Es wird wie auf der Titanic das Orchester bis zum bitteren Ende spielen gelassen.“ Wenn diese Diagnose zutrifft, dann wäre es höchste Eisenbahn, dass das im Wahlkampf gegebene Versprechen nun auch eingelöst wird. Denn Kirn braucht keine weiteren Sonntagsreden und keine zusätzlichen Gutachten über den Zustand des Schiffes. Die Stadt braucht endlich eine verlässliche und auskömmliche Finanzausstattung. Sonst spielt das Orchester zwar weiter – nur könnte am Ende niemand mehr da sein, der noch zuhört.





Danke fürr den Kommentar!
Wie Bürgermeister Jung im VG-Rat sagte: „Die Kommunen müssen 25% der Aufgaben erledigen, erhalten aber nur 15% des Geldes.“