Wenn in Kirn Briefe nach Mainz gehen, dann nicht als Urlaubsgrüße, sondern als politische Defibrillation. Die Bürgerinitiative Kirner Krankenhaus hat gleich zwei Depeschen verfasst – eine an Innenminister Michael Ebling, eine an Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt. Botschaft: Kirn ist laut Raumordnungsplan ein untergeordnetes Mittelzentrum – aber bitte mit übergeordneter Krankenhausversorgung. Nachdem Gesundheitsminister Hoch eine Förderung als „verzichtbar“ eingestuft hat, sieht man das an der Nahe naturgemäß anders. Verzichtbar sei hier höchstens Bürokratie, nicht aber eine stationäre Versorgung. Gefordert wird ein Integriertes Notfallzentrum mit angegliederter Klinik – kurz: INZ statt Endstation. Im Schreiben an die Wirtschaftsministerin wird zusätzlich die große Keule geschwungen: Wenn schon das Herz der Region schwächelt, dann leidet auch der Wirtschaftsstandort. Selbst große Betriebe stünden hinter dem Krankenhaus, heißt es. Wer Fachkräfte halten will, so die Botschaft, braucht mehr als schöne Landschaft – nämlich kurze Wege zur Notaufnahme. Was erhofft man sich? Politischen Druck, ein Umdenken in Mainz und vielleicht die Erkenntnis, dass „Daseinsvorsorge“ mehr sein sollte als ein hübsches Wort im Raumordnungsplan. Kirn sendet – nun bleibt die Frage, ob Mainz auch empfängt.
Hier die Briefe:




