Schon gesehen? Der Verbandsgemeinderat Kirn-Land soll am morgigen Donnerstag erneut über die Sonderfläche „Waldhof“ in Hochstetten-Dhaun entscheiden. Es ist der zweite Anlauf. Bereits in der vergangenen Sitzung war der Tagesordnungspunkt kurz vor der Abstimmung vom Ersten Beigeordneten Hans-Helmut Döbell abgesetzt worden – offiziell wegen erheblichen Informationsbedarfs im Gremium. Inoffiziell galt der Punkt nach etlichen Nachfragen wohl als nicht mehrheitsfähig. Nach der Sitzung zeigte sich Döbell enttäuscht über das aus seiner Sicht mangelnde Vertrauen des Rates in seine Person. Seine Verärgerung war unübersehbar. Nun steht derselbe Sachverhalt erneut auf der Tagesordnung. Inhaltlich hat sich nichts geändert, lediglich die formale Darstellung: Die Vorlage wird nicht mehr im Zusammenhang mit PV-Freiflächen behandelt, sondern als eigenständige Beschlussfassung zur Sonderfläche „Aussiedlerhof“. Offen bleibt jedoch die entscheidende Frage: Was ist seit der Vertagung konkret geschehen? Wurden die offenen Fragen der Ratsmitglieder geklärt – und wenn ja, wie?
Haben die Mitglieder die angekündigten zusätzlichen Informationen erhalten, um eine sachgerechte und informierte Entscheidung treffen zu können? Oder beschränkt sich die „Überarbeitung“ allein auf das Herauslösen aus dem PV-Komplex? Der Eindruck drängt sich auf, dass weniger neue Erkenntnisse geliefert wurden als vielmehr darauf gesetzt wird, dass sich der Widerstand gelegt hat – in der Hoffnung auf Zustimmung durch Ermüdung oder Wohlwollen des Gremiums. Was hinter den Kulissen im Vorfeld der erneuten Beschlussfassung gelaufen ist, bleibt unklar. Ebenso offen ist, ob die zuletzt deutlich geäußerte Skepsis einzelner Ratsmitglieder, wonach hier mehr als nur eine formale Anpassung im Raum stehen könnte, tatsächlich ausgeräumt wurde. Die heutige Sitzung wird zeigen, ob Transparenz hergestellt wurde – oder ob ein kritischer Punkt nun einfach im zweiten Anlauf durchgebracht werden soll.




