Rettungswache Kirn vor dem nächsten Geduldsjahr?

Der in einem Zeitungsbericht aus dem März angekündigte Baubeginn der Rettungswache Kirn „ab Spätsommer oder Herbst“ rückt näher. Für die Öffentlichkeit sind bislang jedoch keine sichtbaren Fortschritte erkennbar. Informationen zum aktuellen Planungsstand, zu möglichen Genehmigungsverfahren oder zu den nächsten konkreten Schritten bleiben weiterhin rar. Auf Anfrage teilte der Pressesprecher des DRK mit, dass für den Fortschritt des Neubaus nicht das DRK selbst, sondern die zuständige Rettungsdienstbehörde bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen verantwortlich sei. Diese sei mit den Planungen betraut und steuere dementsprechend auch die zeitlichen Abläufe des Projekts. Konkrete Angaben zum aktuellen Stand oder zum angekündigten Zeitplan machte das DRK jedoch nicht.

Gerade angesichts der langen Vorgeschichte des Projekts wäre mehr Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit wünschenswert. Nach vielen Jahren des Wartens stellt sich zunehmend die Frage, wie belastbar die bisherigen Ankündigungen tatsächlich sind. War der vom Investor Bottlender genannte Zeitplan am Ende zu optimistisch? Auf dessen Grundstück (Foto) soll die neue Rettungswache schließlich entstehen. Die anfängliche Hoffnung auf eine schnelle Umsetzung weicht damit erneut jener Skepsis, die das Vorhaben bereits seit Jahren begleitet. Denn Ankündigungen allein verbessern die Situation der Einsatzkräfte nicht – entscheidend ist, dass aus Worten nun endlich konkrete Taten werden.

Dass diese kommen, davon zeigt sich Bürgermeister Frank Ensminger überzeugt. Er geht davon aus, dass die „Absicht“ bald durch „Machen“ ersetzt wird. Diese Zuversicht ist zumindest ein positives Signal. Währenddessen müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungswache Kirn weiterhin unter den seit Langem (2016) bekannten beengten Bedingungen arbeiten. Die vorhandenen Räumlichkeiten entsprechen längst nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Rettungsdienst. Umso bemerkenswerter ist eine aktuelle Investition: Die bestehende Rettungswache erhält eine neue Heizungsanlage. Auch eine Klimaanlage sei im Gespräch. Der DRK-Pressesprecher erklärte dazu, dass sich die Reparatur der Heizung nicht länger habe aufschieben lassen. Um den Betrieb der Rettungswache über die Wintermonate sicherzustellen, sei die Maßnahme zwingend notwendig. Ein Abwarten bis zur Fertigstellung des Neubaus sei daher keine Option gewesen.

Diese Begründung ist nachvollziehbar, denn die Einsatzfähigkeit der Rettungswache muss jederzeit gewährleistet sein. Dennoch bleibt ein gewisser Widerspruch: Es wird weiterhin in ein Gebäude investiert, das eigentlich durch einen Neubau ersetzt werden soll. Für die Beschäftigten bedeutet dies vorerst einen technisch verbesserten Altbau – aber weiterhin keine Rettungswache, die den heutigen Anforderungen vollständig entspricht. Entscheidend wird nun sein, ob den bisherigen Ankündigungen in den kommenden Wochen und Monaten endlich sichtbare Fortschritte folgen. Nach fast einem Jahrzehnt des Wartens dürfte die Geduld derjenigen, die hier täglich ihren Dienst leisten, zunehmend auf die Probe gestellt werden. Eine Anfrage an die Kreisverwaltung Mainz-Bingen zum aktuellen Planungsstand blieb bislang unbeantwortet. Damit bleibt eine zentrale Frage weiterhin offen: Wann wird aus der angekündigten neuen Rettungswache endlich ein sichtbares Bauprojekt?

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