Manchmal braucht es keine große Enthüllung – manchmal genügt eine einfache Anfrage nach dem Landestransparenzgesetz Rheinland-Pfalz. Erst auf Nachfrage wurden die Zahlen zur Sportplatzbrücke in Hochstetten-Dhaun offengelegt. Und die haben es in sich. Als die Erneuerung der Sportplatzbrücke beschlossen wurde, beliefen sich die veranschlagten Gesamtkosten auf 500.692 Euro (Summe Sitzungsprotokoll September 2023). Danach folgte die erste große Preisrunde: Aufgrund der Corona-Pandemie, des Ukraine-Krieges, der Verzögerungen durch den Bau der Ortsumgehung B 41, der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Nahe sowie der daraus resultierenden wirtschaftlichen Entwicklungen stiegen die kalkulierten Kosten auf 1.516.214,75 Euro – eine Erhöhung um rund 203 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung.
Wer nun dachte, damit sei das Ende der Fahnenstange erreicht, wurde eines Besseren belehrt. Die jetzt vorliegende Schlussrechnung weist Gesamtkosten von 1.839.553,40 Euro aus. Damit kamen während der Bauausführung nochmals rund 323.339 Euro hinzu. Gegenüber der ursprünglichen Kostenschätzung bedeutet dies eine Mehrbelastung von 1.338.861 Euro beziehungsweise eine Kostensteigerung von rund 267 Prozent. Anders formuliert: Aus jedem ursprünglich eingeplanten Euro wurden am Ende fast 3,70 Euro. Die Verwaltung führt die zusätzlichen Kosten auf unerwartete Schäden an der vorhandenen Bausubstanz, größere Baugruben, zusätzliche Befestigungen im Deichbereich sowie notwendige Anpassungen an der Stahlkonstruktion zurück. Das sind Gründe, die bei Sanierungen im Bestand durchaus auftreten können.
Dennoch bleibt eine entscheidende Frage offen: Wann wollte man die Bürgerinnen und Bürger eigentlich über diese Entwicklung informieren? Die erste massive Kostensteigerung wurde mit den außergewöhnlichen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre begründet. Dass die Schlussrechnung jedoch nochmals deutlich höher ausfällt, wurde der Öffentlichkeit nicht aktiv mitgeteilt. Erst eine gezielte Anfrage nach dem Landestransparenzgesetz brachte die endgültigen Zahlen ans Licht. Transparenz bedeutet jedoch mehr, als Zahlen auf Nachfrage herauszugeben. Transparenz bedeutet, die Öffentlichkeit rechtzeitig zu informieren, wenn aus einem mit rund einer halben Million Euro geplanten Projekt ein Bauvorhaben mit Kosten von nahezu 1,84 Millionen Euro wird.
Die Gemeinde erhielt für die Maßnahme eine Förderung von immerhin 750.000 Euro. Dennoch verbleibt ein Eigenanteil von 1.089.553,40 Euro – mehr als doppelt so hoch wie die ursprünglich veranschlagten Gesamtkosten der gesamten Maßnahme. Wer hat, der hat. Die Sportplatzbrücke verbindet wieder zwei Ufer. Die Kostenentwicklung verbindet dagegen gleich mehrere Krisen, Nachträge und Überraschungen – und zeigt einmal mehr, dass manche Brücken zwar aus Stahl gebaut werden, ihr Preis sich aber offenbar an Gold orientiert.





Der frühere Namen „Bongossibrücke“ passt ja nun eigentlich nicht mehr!! Man sollte die Brücke umbenennen und den Namen einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens/der Kommunalpolitik nehmen die sich in der Orts-und Verbandsgemeinde „verdient“ gemacht hat!!
Mein Vorschlag: „Hans-Helmut Döbell-Brücke“🤷