Im Kirner Jahnbad ist die Wassertemperatur nicht das einzige Thema, das derzeit für Bewegung sorgt. Während die einen Bahnen ziehen, zieht die Politik nach: FDP-Chef Thomas Bursian hat den Ball – oder besser gesagt den Badeball – aufgenommen und ihn direkt ins Verwaltungsbecken geworfen. Seine Forderung: Die Verwaltung soll erklären, was aus den Hinweisen von Badegästen geworden ist. Denn Beschwerden einfach ins Sommerloch treiben zu lassen, wäre aus Sicht der FDP wohl die falsche Schwimmtechnik. Gefragt sind nun konkrete Antworten von Werkleiter Jochen Stumm und Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Jung. Die spannende Frage lautet: Liegen die Hinweise bereits auf dem Schreibtisch, schwimmen sie noch im Verwaltungsumlauf oder haben sie vielleicht schon den Weg ins große Becken der Zuständigkeiten gefunden? Bursian möchte wissen, welche Maßnahmen seit seiner Anfrage ergriffen wurden, welche Prüfungen stattgefunden haben und ob aus den Bürgerhinweisen tatsächlich Konsequenzen entstanden sind.
Schließlich gilt auch in der Verwaltung: Wer ins Wasser springt, sollte irgendwann auch wieder auftauchen – am besten mit einem Ergebnis. Besonders interessant ist dabei die gesetzte Frist: Bis zum 10. Juli soll die Verwaltung Stellung beziehen. Ein sportlicher Zeitplan, könnte man meinen. Während Badegäste auf schönes Wetter hoffen und der Sommer keine Pause macht, läuft für die Verwaltung der Countdown. Sollte die Prüfung ergeben, dass die Beschwerden unbegründet sind, erwartet Bursian eine transparente Erklärung. Sollte Handlungsbedarf bestehen, sollen entsprechende Maßnahmen folgen. Kurz gesagt: Egal, ob Fehlalarm oder echter Handlungsbedarf – am Ende soll Klarheit auf dem Tisch liegen. Bis dahin bleibt die Frage offen: Wird aus dem Verwaltungsbecken noch eine ruhige Badestelle oder kommt Bewegung ins Wasser? Fest steht: Die Badegäste warten nicht nur auf Sonne, sondern auch auf Antworten. Und die Uhr tickt – zumindest bis zum 10. Juli.




