Sie haben es tatsächlich geschafft: Tim und Susanne Bamberger aus Hochstetten-Dhaun sind nach rund 98 Stunden reiner Fahrzeit, 1.509 Kilometern sowie 8.490 Höhenmetern auf dem Fahrrad am Ellenbogen auf Sylt angekommen – dem nördlichsten Punkt Deutschlands. Während andere ihren Jahresurlaub zwischen Hotelbuffet und Liegestuhl verbringen, entschieden sich die beiden für eine etwas ungewöhnlichere Form der Erholung: 15 Tage lang täglich in den Fahrradsattel steigen und einmal quer durch Deutschland radeln. Gestartet wurde am südlichsten Punkt Deutschlands in den Oberstdorfer Bergen. Von dort führte die Route über Kempten, Ulm, Ellwangen, Creglingen, den Mainradweg, Gemünden, Fulda und Kassel immer weiter Richtung Norden. Nach der Weser folgten Bremen, Hagen im Bremischen, die Elbfähre bei Krautsand, Brunsbüttel, Büsum und Dagebüll, ehe schließlich Sylt erreicht wurde.
Unterwegs wurden nicht nur Kilometer gesammelt, sondern auch reichlich Höhenmeter, Schweißtropfen und Geschichten. Übernachtet wurde überwiegend bei Boots- und Kanuvereinen, wo man nicht nur einen Platz fürs Zelt fand, sondern häufig auch neugierige Zuhörer. Denn die Frage, warum zwei Menschen freiwillig mit Gepäck quer durch Deutschland radeln, wurde unterwegs ungefähr so oft gestellt wie die nach dem Wetter. Besonders in Erinnerung bleiben wird die Nordseeküste. Der Gegenwind blies dort so energisch, als hätte er persönlich etwas gegen Fahrradfahrer. In Büsum entschieden sich die beiden deshalb vorsorglich gegen das Zelt und für ein Holzfass als Nachtquartier. Eine Entscheidung, die sich angesichts des Wetters als deutlich klüger erwies als jede Wetter-App.

Auch das Outfit des Kirner Bierclubs sorgte unterwegs regelmäßig für Gesprächsstoff. Die Reise entwickelte sich zunehmend zu einer Botschaftertour für die Heimatregion. Die Kirner Brauerei hat die beiden inzwischen bereits eingeladen, um die Leistung entsprechend zu würdigen. Sogar der SWR wurde auf das Abenteuer aufmerksam und möchte darüber berichten. Am Ende bleiben 1.509 Kilometer, unzählige Begegnungen und die Erkenntnis, dass Deutschland landschaftlich viel zu bieten hat. Oder wie Tim Bamberger es nach der Ankunft treffend zusammenfasste: „Wir haben sehr viele Menschen kennengelernt. Deutschland ist schön.“ Und falls jemand fragt, welches Körperteil die größte Leistung vollbracht hat: Die Beine waren stark. Der wahre Held der Tour dürfte jedoch ein ganz anderer gewesen sein.






