Der ehemalige MdB Joe Weingarten (SPD) beginnt seine Facebook-Beiträge gern mit einer klaren Abgrenzung: gegen die Alternative für Deutschland ebenso wie gegen radikale Kräfte von links. Mit Verweis auf Harald Martenstein betont er die Stärke des Rechtsstaats – wer sich an Gesetze halte, müsse nichts fürchten. Das klingt staatstragend und moderat. In der Kommentarspalte schlägt der Ton jedoch um. Dort verteilt Weingarten Spitzen, inszeniert sich als moralische Instanz – und trifft dabei auch die Omas gegen Rechts. Aus engagierten Bürgerinnen werden in seiner Zuspitzung „gelangweilte Omas“, die man ertragen müsse. Zivilcourage wirkt plötzlich wie eine lästige Marotte. Genau hier zeigt sich die Diskrepanz innerhalb der SPD: Während Weingarten spöttelt, lobt sein Parteifreund Denis Alt dasselbe Engagement öffentlich. Zwei SPD-Größen, zwei Botschaften – Anerkennung hier, Abwertung dort. Das wirft weniger ein Licht auf die „Omas“ als auf die Partei selbst: Steht man geschlossen hinter zivilgesellschaftlichem Einsatz gegen Rechtsextremismus – oder wird er je nach Bühne zur Zielscheibe pointierter Selbstdarstellung?
„Gelangweilte“ Omas – Denis Alt lobt, während Joe Weingarten watscht Initiative „Omas gegen rechts“ ab



