Ohne Gegenkandidatin, aber mit 17 Nein-Stimmen: Petra Ender gewählt

Kurzer Blick ins Kreishaus nach Bad Kreuznach: Petra Ender (CDU) wurde gestern zur neuen Zweiten Kreisbeigeordneten gewählt. Sie erhielt 25 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Damit ist die Kreisspitze formal wieder komplett. Ender gehört dem Kreistag seit 2019 an und gilt als enge politische Vertraute von Landrätin Bettina Dickes. Sie wurde von der CDU-Fraktion vorgeschlagen und war die einzige Kandidatin. Rein formal ist das Ergebnis eindeutig: Ender hat die erforderliche Mehrheit erreicht. Bei 25 Ja- und 17 Nein-Stimmen gab es 42 gültige Stimmen. Damit entfielen 59,5 Prozent der gültigen Stimmen auf Ender, 40,5 Prozent stimmten gegen ihre Wahl. Die eine Enthaltung wird bei der Feststellung der Mehrheit nicht mitgerechnet. Politisch bemerkenswert ist dennoch die Zahl der Gegenstimmen. Ender war die einzige Kandidatin – die 17 Nein-Stimmen richteten sich somit ausdrücklich gegen ihre Wahl. Vier von zehn gültigen Stimmen waren Nein-Stimmen. Von einem besonders breiten Konsens lässt sich angesichts dieser Zahlen jedenfalls nicht sprechen.

Gleichzeitig sollte man das Ergebnis nicht überinterpretieren. Aus dem geheimen Wahlgang lässt sich nicht ablesen, aus welchen Fraktionen die Gegenstimmen kamen. Auch die Gründe für die Ablehnung sind nicht bekannt. Nach vorliegenden Angaben erhielt Ender neben Unterstützung aus der CDU auch Stimmen aus der SPD. Wie sich die Stimmen tatsächlich auf die einzelnen Fraktionen verteilten, bleibt wegen der geheimen Abstimmung offen. Alles Weitere wäre Spekulation. Fest steht: Petra Ender ist gewählt und übernimmt künftig das Amt der ehrenamtlichen Zweiten Kreisbeigeordneten. Wie breit ihr politischer Rückhalt im Kreistag tatsächlich ist, lässt sich aus diesem Wahlergebnis allein allerdings nicht abschließend beurteilen.

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