Wieder ein Hausarzt weniger – und die Patienten dürfen sich auf die Suche machen. Diesmal trifft es rund 1000 Menschen in Idar-Oberstein, doch die Folgen machen an der Stadtgrenze nicht halt. Die Nahe-Zeitung berichtete über die Veränderung in ihrer heutigen Ausgabe. Auch im Kirner Raum dürfte die Nachricht für wenig Begeisterung sorgen. Etliche Patienten aus Kirn, Kirn-Sulzbach und Bärenbach lassen sich in der Nahetalpraxis Kaplan und Storz in Weierbach behandeln. Auch sie brauchen nun ab dem kommenden Jahr einen neuen Hausarzt. Die spannende Frage lautet allerdings: Wo soll der herkommen? Wer heute eine neue hausärztliche Betreuung sucht, braucht mitunter Geduld – und viel Glück. Die Praxen im Kirner Raum arbeiten vielfach bereits am Anschlag. Weitere Patienten aufzunehmen, ist deshalb für viele kaum möglich. So zieht die Aufgabe einer Hausarztpraxis Kreise. Was in Weierbach beginnt, könnte in Kirn auf den ohnehin gut gefüllten Patientenlisten landen. Für die Betroffenen ist das wenig tröstlich. Sie verlieren ihre vertraute hausärztliche Anlaufstelle und müssen sich auf die Suche machen – während die vorhandenen Praxen kaum wissen, wohin mit den Patienten, die bereits vor ihrer Tür stehen.
Immerhin gibt es eine gute Nachricht: Die medizinische Versorgung in der Region wird nicht einfach ersatzlos gestrichen. Gülfen Kaplan baut ihre gastroenterologische Schwerpunktpraxis aus und schafft damit ein spezialisiertes Angebot, das über die Region hinaus gefragt ist. Nur: Eine Gastroenterologin kann eben nicht gleichzeitig 1000 Menschen hausärztlich versorgen. Und so bleibt unter dem Strich die etwas paradoxe Situation: Mehr Spezialmedizin – aber ein Hausarzt weniger. Wie ernst die Lage inzwischen genommen wird, dürfte sich auch am 21. Oktober zeigen. Dann lädt Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin und heimische Bundestagsabgeordnete, um 17 Uhr in die Brasserie Idar-Oberstein zu einem öffentlichen Austausch über die ärztliche Versorgung im Landkreis Birkenfeld ein. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz wird dabei sein. Eingeladen sind neben Ärztinnen und Ärzten sowie Angehörigen der Gesundheitsberufe ausdrücklich auch interessierte Bürgerinnen und Bürger. Vielleicht findet sich bei dieser Gelegenheit ja auch eine Antwort auf die derzeit wohl wichtigste Frage vieler Patienten: Wo soll ich künftig zum Hausarzt gehen?




